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Newsletter Februar_2021
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In ein paar Jahren bezugsbereit: SAW-Espenhof Nord, Umgebungsplan, Stand Vorprojekt, links das Gebäude E für queere Menschen (© ARGE Bollhalder Eberle + Theres Hollenstein).
Ein Jahr Ausnahmezustand haben wir jetzt hinter uns. Ein Jahr, an dem wir nur wenige Veranstaltungen mit physisch anwesenden Mitgliedern durchführen konnten. Solange weiterhin keine grösseren Treffen möglich sind, möchten wir deshalb sporadisch zu Online-Veranstaltungen einladen – wie bereits am 1. Februar mit dem Talk über 50 Jahre Frauenstimmrecht. Und am Donnerstag, 4. März, bieten wir euch mit einem Online-Talk einen Stammtisch-Ersatz an. Für Details runterscrollen.
 
Trotz sonst geschlossenen Kulturorten – mit Ausnahme der Museen ab März – muss niemand zu Hause auf kulturelle Anregungen verzichten. In diesem Newsletter findet ihr wie immer ein paar Hinweise. Gleichwohl freuen wir uns, bis wir wieder rauskönnen, ins Kino, Theater, auf Reisen ins Ausland.
 
Wohl oder übel müssen wir uns noch etwas gedulden. Wir wünschen euch, dass ihr gute Laune behält und vor allem weiterhin darauf achtet, gesund zu bleiben.
 
Herzliche Grüsse
Der queerAltern-Vorstand mit Barbara Bosshard, Caroline Bisang, Gioia Hofmann, Willi Leutenegger und Christian Wapp

IN EIGENER SACHE
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Gespräch mit den Forscherinnen Léïla Eisner (l.) und Tabea Hässler.
Statt Stammtisch: queerAltern-online-Talk
queerAltern hat schon mehrmals auf die Nachforschung hingewiesen, die Dr. Léïla Eisner und Dr. Tabea Hässler 2019 initiierten, um mehr über die Situation von LGBTIQ+ Menschen in der Schweiz zu erfahren. Dank des grossen Rücklaufs – auch queerAlternde haben durch den Aufruf in unseren Newslettern daran teilgenommen – haben die beiden an der Uni unterrichtenden Frauen entschieden, mittels jährlicher Befragung Veränderungen über die Zeit zu verfolgen. Gestartet sind sie dieses Jahr mit Panel 3. Im Gespräch mit queerAltern-Präsidentin Barbara Bosshard stellen sie am 4. März um 18:30 Uhr ihr Forschungsprojekt vor. Zur aktuellen Befragung hier, zu den bisherigen Resultaten hier.
Mehr Informationen und Link zur Zoom-Veranstaltung
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Modell einer 2,5-Zimmer-Wohnung: SAW - Espenhof Nord, Regelwohnung, Arbeitsmodell (© ARGE Bollhalder Eberle + Theres Hollenstein).
Vorprojekt «Espenhof – Wir leben Vielfalt!»
Die Stiftung für Alterswohnungen der Stadt Zürich (SAW)  hat das Espenhof-Vorprojekt abgeschlossen und am 19. Februar den Vertragspartnern präsentiert: den Pflegezentren der Stadt Zürich (PZZ) sowie queerAltern. Den Vorstand vertreten haben unsererseits Gioia Hofmann und Basil Spiess. Die Raumanforderungen von queerAltern und der PZZ wurden vom Planungsteam der SAW aufgenommen und eingearbeitet. Als Nächstes steht die Planungsphase Bauprojekt an, während der das Projekt weiter optimiert und detailliert wird. Die Baueingabe ist für Herbst 2021 vorgesehen.
Häufig gestellte Fragen zum Espenhof
Teilnehmer*innen am Talk: Karl Scheuber (g. oben), Barbara Bosshard (Moderation, o.r.), Bruno Hofer (Mitte l.), Elisabeth Joris (Mitte r.), Theres Blöchlinger (unten).
Premiere im «Gleis»: «Endlich! – 50 Jahre Frauenstimmrecht»
Am 1. Februar lud queerAltern zum Online-Talk «Endlich! – 50 Jahre Frauenstimmrecht» ein – gerade noch rechtzeitig vor dem grossen Medien-Hype. Dabei ging queerAltern-Präsidentin Barbara Bosshard als Moderatorin auch der Frage nach, was die Einführung des Frauenstimmrechts der queeren Community gebracht hat. Barbara begrüsste die Teilnehmer*innen – zwei Frauen, zwei Männer – von ihrer Relais-Station «Das Gleis», das demnächst als neuer Kulturveranstaltungsort im Zollhaus eröffnet wird. Die Reaktionen auf den Talk waren überwältigend positiv.
Hier gehts zur Aufzeichnung des Livestreams
queerAltern bewirbt sich um Gleichstellungspreis der Stadt Zürich
«In der Stadt Zürich leben 430 000 Menschen in unterschiedlichen Familien- und Lebensformen. Die Gleichstellung von Frau und Mann, von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, trans und intergeschlechtlichen Menschen ist noch nicht erreicht – weder auf dem Papier noch in der Realität», schreibt die Präsidialabteilung der Stadt Zürich auf ihrer Website. Und deshalb prämiert der Stadtrat «innovatives und nachhaltiges Engagement für die Gleichstellung mit einem Preis von 20 000 Franken». queerAltern nimmt nun die Gelegenheit wahr und hat sich um diesen Preis beworben. Von der Zürcher Fachstelle für Gleichstellung haben wir folgenden Bescheid erhalten: «Ihre Bewerbung entspricht den Kriterien und ist offiziell für das Bewerbungsverfahren 2021 aufgenommen.»
Mehr über den Gleichstellungspreis
AUSSTELLUNGEN
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Porträts waren ihre Stärke: Otilie W. Roederstein in ihrem Atelier in Frankfurt am Main, 1894 (Roederstein-Jughenn-Archiv im Städel-Museum Frankfurt am Main).
Ins Museeum mit queerAltern
Ab März sind die Museen wieder offen. Da bietet sich nochmals eine gute Gelegenheit, um im Kunsthaus Zürich die Werkschau der lesbischen Malerin Otilie W. Roederstein zu besichtigen – noch bis 5. April. queerAltern bietet für eine beschränkte Anzahl Teilnehmender am 1. April eine Führung an, sollten diese dann wieder erlaubt sein. Die Anmeldeformalitäten werden wir rechtzeitig bekanntgeben. Inzwischen erfahrt ihr mehr über die Roederstein-Ausstellung über einen interessanten Beitrag auf der «Arte»-Mediathek.
Zum Beitrag auf «Arte»
René Hubert mit Gloria Swanson im Jahr 1941 anlässlich einer Kostümprobe für den Film «Father Takes A Wife» (Foto: Ernest Bachrach / Radio RKO Pictures).
Wenn Kleider Stars machen
Am 19. März eröffnet das Zürcher Museum für Gestaltung die Ausstellung «René Hubert – Kleider machen Stars». Der schwule Ostschweizer Kostümbildner (1895–1976) schuf ab den 1920er Jahren die Garderoben für rund 200 Spielfilme und zahlreiche Theaterinszenierungen – vorwiegend in Hollywood, aber auch in Paris, Berlin und London. Er arbeitete ebenso als Designer für diverse Modehäuser und als Innenarchitekt und Produktgestalter für Unternehmen wie Swissair, Bally oder Jelmoli. Im April plant das Filmpodium Zürich eine Reihe mit Filmen, in denen Hubert seine Spuren hinterliess. Sobald es möglich wird, werden wir Führungen durch die Ausstellung mit unserem Vize-Präsidenten Christian Wapp anbieten. Er hat die Ausstellung lanciert und für schwulengeschichte.ch das Porträt über Hubert geschrieben.
Zur Vorschau im Museum für Gestaltung
HEIMKINO
Sind sich nicht immer einig: «Tatort»-Kommissarinnen Tessa Ott (Carol Schuler) und Isabelle Grandjean (Anna Pieri Zuercher).
Mord an schwulem Schoggifabrikanten
Im neusten Schweizer «Tatort»-Fall «Schoggiläbe», der am 28. Februar ausgestrahlt wird, geht es um den Mord an einem schwulen Schoggifabrikanten. Hat ihn ein Stricher ermordet? Um diese und andere Fragen geht es bei den Ermittlungen der beiden Kommissarinnen Isabelle Grandjean (Anna Pieri Zuercher) und Tessa Ott (Carol Schuler). Dabei geraten sie mitten in einen Machtkampf in der Familie des Ermordeten.
Zu einem Beitrag in «Die Mannschaft»
Unbeschwerte Zeiten kurz vor der Aids-Krise: Protagonist*innen in «It’s a Sin».
Zwei Serien zu einem traurigen Jubiläum
Vor 40 Jahren traten in den USA die ersten Aids-Fälle auf. Die Krankheit hatte noch keinen offiziellen Namen und wurde vorerst als «Schwulenseuche» betitelt – abschätziger gehts nicht! An den Beginn der verheerenden Aids-Krise erinnert die neue britische Serie «It’s a Sin» in Anlehnung an den gleichnamigen Song der Petshop Boys. Der Fünfteiler lief soeben über den britischen Channel 4. Eine Ausstrahlung im deutschen Sprachraum wurde noch nicht angekündigt. Ebenbürtigen Ersatz zum Thema bietet die preisgekrönte schwedische Serie «Don’t Ever Wipe Tears Without Gloves» aus dem Jahr 2012. Der herzerreissende Sechsteiler ist auf DVD erhältlich und kann auf der Streaming-Plattform TVnow angesehen werden (Premium-Abo einen Monat gratis).
Zum Trailer von «It's a Sin»
Glück auf Lanzarote: Rosa María Sardá (l.) und Veronica Forqué in «Salir del ropero».
Wenn zwei alte Damen heiraten wollen
Zwei Omas wollen heiraten und beschliessen, sich vorab zu outen. Die Rechnung haben sie ohne ihre Enkel gemacht, denn diese wollen eine Heirat um jeden Preis verhindern. Die Enkelin aus Grossbritannien, weil sie in eine erzkonservative schottische Familie einheiraten will und befürchtet, ihre künftigen Schwiegereltern würden sie wegen der Oma ablehnen. Dass diese Ausgangslage nicht ohne hitzige Turbulenzen vonstatten geht, versteht sich in dieser spanischen Komödie von selbst. Dabei agieren die Protagonist*innen der Regisseurin Ángeles Reiné wie auf Speed – in bester (oder schlechter?) Almodóvar-Tradition. Neu auf Netflix.
Zur Rezension auf Film-Rezensionen
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Romantische Bretagne: «Portrait d'une jeune fille en feu» – zu sehen auf dem Virtuellen Kosmos.
Neues und Klassisches fürs Sofa
Auf gut Glück sind unsere Kinos im April wieder offen. Einige der Filme, die auf der grossen Leinwand hätten Premiere feiern sollen, können bereits auf diversen Streaming-Plattformen gemietet werden. Und meist hat es auch was Queeres dabei. Es gibt einiges zu entdecken – neuere und ältere Filme: Zum Beispiel hier und hier und hier und hier.
MEDIEN
Reden gegen die Verdrängung
Der Tod in den Zeiten von Corona ist so präsent wie lange nicht mehr. Trotzdem ziehen wir es vor, die Angst vor dem Sterben zu verdrängen. Die Online-Zeitung «Republik» spricht über dieses Thema mit der ausgebildeten Pflegefachfrau und Nonne Elisabeth Müggler, die im Zürcher Limmattal den Verein Wabe gegründet hat, der für «Wachen und Begleiten» steht.
Zum Beitrag auf «Republik»
Stein des Anstosses: Gendersprache
Verhunzt das Gender-Sternchen unsere deutsche Sprache? Werden Frauen damit endlich gebührend gewürdigt oder gar herabgesetzt? Und: Wie geht Sprache um mit Menschen, die sich nicht als weiblich oder männlich definieren? Diesen und andern Fragen mehr geht die Kulturzeit-Extra-Sendung auf 3sat nach. Moderatorin Cécile Schortmann («soll sich doch Schortfrau nennen», eine Zuschrift) spricht mit Sprachwissenschaftler*innen, Redaktor*innen, Schriftsteller*innen, Theatermacher*innen – sowie mit schwulen, lesbischen, nonbinären und trans Menschen. Hochspannend!
Zum Beitrag auf 3Sat
BÜCHER
Ralf König dokumentiert den Corona-Blues
Als der erste Lockdown vor einem Jahr über uns hereinbrach, fing Ralf König an, Mäuschen zu spielen in der Wohnung seines alternden Comic-Paars Konrad und Paul – und stellte jeden Tag einen neuen Comic über das Lockdown-Leben der beiden auf Facebook. Nun veröffentlicht König diese Comics im Sammelband «Vervirte Zeiten». Die Geschichten leben von den markanten Unterschieden des Paars:  Konrad ist eine Kulturtucke, Paul eine Ledersau. Dazu schreibt der «Der Spiegel»: «Ein bisschen versaut, mit grossem Spass an der kleinen Provokation.»
Zum Beitrag im «Spiegel»
Die Sommer von Ronya Othmann
Die Protagonistin Leyla verliebt sich in ihrem erwachsenen Leben in Frauen. Doch ist es fast schade, dies zu erwähnen. Denn die Geschichte in Ronya Othmans Roman ist abgesehen davon eine (gesellschafts)-politische über Krieg, Flucht, Heimat(Losigkeit), sie geht um die Familie der Autorin, jesidische Kurd*innen ohne Rechte in Syrien. Traurig, bewegend, so geschrieben, dass man die Heimat der Grossmutter, die die Protagonistin Sommer für Sommer besucht, geradezu fühlt, riecht.
Rezension auf «Süddeutsche Zeitung»
«Fiktion, so erschreckend wie Realität»: Charlotte Brand.
Mysteriöses Dating-Abenteuer
Mit «Blind» startete die ehemalige Journalistin und Gerichtsreporterin Charlotte Brand eine Krimiserie um die fiktive Journalistin Milla Nova. Im ersten Band trifft ein blinder Mann online auf eine sehende Frau, zu der der Kontakt abrupt abbricht. Weil er Angst hat, dass ihr etwas passiert ist – macht er sich auf eine lange Suche, bis er eine Frau findet, die Frauen liebt und sich ein Kind wünscht und deshalb Dates über Tinder organisiert. Der zweite Krimi der Serie heisst «Die Patientin».
Mehr im Blog «Zeit für neue Genres»
Drei Jahrzehnte Geschichte der Deutschen Einheit
«In seinem neuen Roman "Fast hell" erzählt Alexander Osang eine Geschichte über eine Geschichte, die ein Journalist geschrieben hat, die dann aber nicht erschienen ist. Und aus der ein Roman wird»: So beschreibt queer.de kurz zusammengefasst den Inhalt des Buchs über eine Begegnung zweier Journalisten, die in Ost-Berlin aufgewachsen sind. Eine spannende Konstellation, denn der eine ist hetero, der andere schwul. Unter anderem.
Rezension auf queer.de
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Wilde Nächte in Córdoba
Noch immer erleben trans Menschen Gewalt, werden verjagt, verspottet und zur Prostitution gezwungen. Die argentinische Autorin und Schauspielerin Camila Sosa Villada erzählt in ihrem Roman von einer Gruppe von trans Prostituierten in einem Park im südspanischen Córdoba, der nachts «zur Wildnis » wird. Hierhin verschlägt es die junge Camila, und hier wird sie aufgenommen in eine Wahlfamilie, erlebt Akzeptanz, die Freuden der Liebe und den Rausch des Lebens im Widerstand zu einer Gesellschaft, die für Menschen wie sie nur Verachtung übrighat.
Zur Rezension auf Perlentaucher.de
Schwul in Syrien
Über die Realitäten von queeren Menschen im arabischen Raum wissen wir wenig, ausser dass sie verfolgt werden. Einen Insider-Blick bietet der syrisch-kanadische Autor Ahmad Danny Ramadan mit seinem Roman «Die Wäscheleineschaukel». Darin erzählt er die Geschichte zweier homosexueller syrischer Männer, die über Beirut und Kairo nach Vancouver fliehen – um ein freies Leben führen zu können.
Rezension auf «Deutschlandfunk»
MANIFESTE
Kontroverse nach Coming-out von 185 Schauspieler*innen
«Wir sind schwul!»: Mit diesem Geständnis outeten sich 682 Männer anno 1978 im «Stern». Damals eine extrem mutige Aktion. Dass es selbst 43 Jahre später noch Mut braucht, um sich zu outen, beweist das Manifest #Actout im Magazin der «Süddeutschen Zeitung» vom 5. Februar 2021, in dem 185 deutschsprachige Schauspieler*innen bekundeten, sie seien lesbisch, schwul, bisexuell, queer, nicht-binär oder trans. Sie fordern «mehr Sichtbarkeit, Anerkennung und Diversität in Film, Fernsehen und Theater». Das Echo war – gelinge gesagt – «vielfältig», was einmal mehr den Nollendorfblogger Johannes Kram auf den Plan rief. Wie ein Seismograf spürt er auf, wo und wie sich hinter vermeintlich wohlwollenden Kommentaren Homophobie verbirgt. Seine scharfzüngigen Kommentare zum Thema könnt ihr hier und hier und hier nachlesen. Die Artikel im SZ-Magazin haben online leider eine Bezahlschranke.
Zum Beitrag über #Actout auf queer.de
Brachte die queer Community gegen sich: Sandra Kleger im SPD-Talk.
Hassfigur Klöber: LSVDim Clinch mit der SPD
Die Diskussionen nach dem Manifest #Actout ebben in Deutschland nicht ab, und das ist gut so. Wie schon im Nollendorfblog thematisiert, erhitzen sich die Gemüter vor allem um die FAZ-Feuilletonchefin Sandra Kegel. Nun hat der Lesben- und Schwulenverband in Deutschland (LSVD) harrsche Kritik an die Adresse der SPD geäussert, weil die Partei Kegel zu einem Online-Talk eingeladen hat. In diesem gibt die SPD jedoch auch mehrere queeren Persönlichkeiten die Möglichkeit, sich zu äussern. Und sie tun es mit starken emotionalen Auftritten – etwa Nollendorfblogger Johannes Kram, die Schauspielerin Bettina Hoppe oder Moderator Alfonso Partisano. Deshalb lohnt es sich, den Livestream zu verfolgen und daraus seine eigenen Schlüsse zu ziehen.
Die Story dahinter auf queer.de
Schweiz nicht besser als Deutschland
Nach dem #-Actout-Manifest wollte es Blick wissen und hat unter prominenten queeren Schweizer*innen nachgefragt, wie es denn so sei mit der Homophobie in unserem Land. Niemand unter den Befragten sagte, es gebe sie nicht, und fast alle haben eigene Erlebnisse zu erzählen. Dass sich «Blick» diesem Thema annimmt, ist zu begrüssen.
Zum Beitrag auf «Blick»
Mutmacher: Im homophobsten Sport tut sich was
Nach dem Hasttag #Actout macht nun in Deutschland ein weiteres Manifest auf sich aufmerksam, und das erst noch im Fussballsport, in dem es laut dem Fussball-Magazin «11Freunde» auch 2021 keinen einzigen schwulen Spieler in den deutschen Profiligen gibt, der sich geoutet hat. Ganz im Gegensatz zu den lesbischen Profi-Fussballspielerinnen. Nun machen in diesem Magazin 800 Spieler*innen Mut, dass bei einem Coming-out auf sie zu zählen sei: «Niemand soll zu einem Coming-out gedrängt werden. (...) Aber wir wollen, dass sich jeder, der sich dazu entscheidet, unserer vollen Unterstützung und Solidarität sicher sein kann. Weil es zu den elementaren Grundrechten jedes Menschen gehört, sich zu seiner sexuellen Orientierung bekennen zu können.»
Zum Beitrag auf «11Freunde»
DIES & DAS
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Mutmasslich Schwule: Massenfestnahme nach einer «Gay Party» in Jakarta, September 2020.
Abstimmung vom 7. März: Pink Cross gegen Vertrag mit Indonesien
Am 7. März stimmen wir ab über ein Freihandelsabkommen mit Indonesien. Pink Cross empfiehlt eine Ablehnung mit der Begründung, dass in Indonesien die Menschenrechte von schwulen Männern im Speziellen und LGBTQ-Menschen generell nicht gewährleistet seien: «Erst Ende Januar ist die öffentliche Auspeitschung von zwei schwulen Männern bekannt geworden.» Dabei handle es sich um keinen Einzelfall, denn seit 2016 werde die Situation von LGBTQ-Personen in Indonesien immer schlimmer. «Der Staat schützt queere Personen nicht, und sogar hochrangige Regierungsvertreter*innen und Parlamentarier*innen halten sich nicht zurück, öffentlich Hass gegen LGBTQ-Personen zu schüren.»
Archiv der anderen Erinnerungen
Die Bundesstiftung Magnus Hirschfeld hat für ihr «Archiv der anderen Erinnerungen» bislang rund 57 Interviews mit queeren Persönlichkeiten geführt. Es geht der Stiftung dabei weniger um eine historische Dokumentation, als vielmehr um die konkreten Erfahrungen und die durchaus heterogenen Stimmen von Einzelnen und deren persönliche Sichtweise im Spektrum von LGBTIQ-Geschichte. Einer der kürzlich Interviewten ist queerAltern-Mitglied Ernst Ostertag.
Hier gehts zu allen Interviews
Wenn Diskriminierung krank macht
Nicht gerade aufbauend: Gemäss einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) und der Universität Bielefeld sind queere Menschen viel öfter krank im Vergleich zum Rest der Bevölkerung. Die Gleichstellung von LGBTQI*-Menschen sei politisch seit Jahren auf der Agenda, der Fortschritt sei aber sehr zäh, sagt Studienautorin Mirjam Fischer: «Unsere Studie offenbart, welche tiefgehenden psychischen und körperlichen Auswirkungen anhaltende Diskriminierungen haben können. Der Weg zu gleichen Chancen auf ein gesundes Leben ist steinig.»

Einsamkeit, Depression, chronische Schmerzen: Grafik des DIW.
Zum Beitrag auf DIW
«Kunst ist immer suchend, man darf sich nicht zu wohl darin fühlen»: Claudio Näf.
Claudio Näfs Ronorp
2018 erlangte Claudio Näf den Bachelor Illustration Fiction & Nonfiction an der Hochschule Luzern. Er schloss mit dem Online-Comic «Homophil» ab, der unter anderem auf Interviews mit queerAlternden basiert. Kürzlich illustrierte Claudio, der auch als Drag Queen auftritt, das Buch «What Ever the Fuck You Want» – und seit Anfang Jahr ziert jeden Tag ein Cartoon von ihm den Veranstaltungs-Newsletter von Ronorp, in Zusammenarbeit mit dem Comic-Festival Fumetto (20.–28.3.2021 in Luzern). Claudios Zeichnungen sehen aus wie beiläufig hingekritzelt, haben es aber zumeist faustdick hinter den Ohren.
Claudio Näf im Gespräch
SCHLUSSPUNKT
«Sexualität und Männlichkeit sind Themen, die immer wieder auftauchen. Als Teil einer sexuellen Minderheit glaube ich, in diesem Bereich einen Erfahrungswert zu haben, durch den ich die Welt ein bisschen anders sehe, als die Mehrheit es tut.»
Illustrator Claudio Näf
Verein queerAltern
c/o Caroline Bisang
Wasserschöpfi 15
8055 Zürich
info@queeraltern.ch
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