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Newsletter Januar 2021
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Der lange Weg zum Stimmrecht für Schweizer Frauen: eine der vielen Demonstrationen (Bild: SRF-Archiv).
Liebe queerAlternde
Wir hoffen, dass ihr alle gesund und munter im neuen Jahr angekommen seid. Aus naheliegenden Gründen können wir euch noch kein Jahresprogramm präsentieren, weil zurzeit keine Planungssicherheit herrscht.
 
Zum Glück gibt es das Internet. Am 1. Februar laden wir euch ein zu unserer Online-Diskussion «Endlich! 50 Jahre Frauenstimmrecht» (mehr Informationen siehe «In eigener Sache» und auf unserer Website). Zu lange war die Schweiz das einzige Land in Europa, in dem die Männer die Frauen politisch unmündig haben wollten. queerAltern-Präsidentin Barbara Bosshard geht in dieser Diskussion unter anderem der Frage nach, wie sich die Einführung des Frauenstimmrechts auf die queere Community ausgewirkt hat.
 
Wir wünschen, dass ihr möglichst heil und guter Dinge durch diesen Shutdown kommt. Im Dezember-Newsletter haben wir publiziert, wo ihr euch Hilfe holen könnt. Da sich seither nicht viel verändert hat, wiederholen wir diesen Beitrag.
 
Herzlicher Grüsse
Der queerAltern-Vorstand mit Barbara Bosshard, Caroline Bisang, Gioia Hofmann, Willi Leutenegger und Christian Wapp

IN EIGENER SACHE
Montag, 1. Februar: Online-Diskussion mit Barbara Bosshard
Am 7. Februar 1971 wurde endlich Realität, was Frauen während gut hundert Jahren einforderten: Die Mehrheit der abstimmenden Schweizer Männer (65,7 Prozent) gestand ihnen im zweiten Anlauf nach 1959 das eidgenössische Wahl- und Stimmrecht zu. Fortan durften sich auch Frauen am schweizerischen politischen Geschehen beteiligen. Doch dieses Ja bedeutete noch lange nicht, dass damit alle Wahlberechtigten die gleichen Rechte erhielten. Dazu mehr an der Online-Diskussion von queerAltern, an der Zeitzeug*innen teilnehmen, moderiert von queerAltern-Präsidentin Barbara Bosshard.

Montag, 1. Februar, 19:00 Uhr
Mehr Informationen und Link zur Diskussion
Arbeitsgruppe Immobiliensuche – wie weiter?
Unsere Umfrage vom November 2020 hat ergeben, dass über 90 Prozent der Befragten wünschen, dass queerAltern neben dem Espenhof einen weiteren Lebensort suchen soll. In diesem sollen dann auch Menschen unter 60 wohnen dürfen, und solche, die nicht in der Stadt Zürich Steuern bezahlen. Es haben sich acht Mitglieder gemeldet, die bereit sind, an einer neu zu gründenden Arbeitsgruppe Immobilien in beschränktem Rahmen mitzuwirken. Anfang Januar trafen sich drei queerAltern-Vorstandsmitglieder mit dieser Gruppe anlässlich einer Online-Sitzung. Wir werden demnächst in einem Mailing ausführlicher darauf eingehen.
Save the Date: Nächste queerAltern-Generalversammlung
In der Hoffnung, unsere GV wieder in einem Saal durchführen zu können, findet diese erst am 15. Juni statt. Dazu haben wir das ComedyHaus in Zürich-Albisrieden reserviert. Merkt euch das Datum schon mal vor.
HELPLINES
Symbolbild für die Dargebotene Hand: eine der bekanntesten Helplines.
Wenn Corona oder das Leben aufs Gemüt schlägt
Wiederholung eines Beitrags im Newsletter vom 19.12.2020: Bevor euch die Decke auf den Kopf fällt, und ihr habt gerade niemand, an die oder den ihr euch wenden könnt, dann stehen euch verschiedene Helplines zur Verfügung. So etwa der queerAltern-Besuchsdienst oder die LGBT-Helpline. Der queerAltern-Besuchsdienst kann auch für ganz praktische Hilfestellungen angefragt werden. Zudem hat das Bundesamt für Gesundheit eine Liste von Anlaufstellen zusammengestellt. Noch nicht aufgeführt ist dabei die neue Webseite der Zürcher Gesundheitsdirektion Gesund Zürich.
Zu den vom BAG empfohlene Beratungsstellen
SZENE
Ohne lange Fingernägel: Doppelseite aus «Queer Sex – Whatever the Fuck You Want!».
«Sexpositives» aus der Schweiz
SP-Politiker Florian Vock und LOS-Kommunikatorin Anna Rosenwasser sammelten während dreier Jahre Geschichten über queeren Sex und geben die Sammlung nun als Buch heraus: «Queer Sex – Whatever the Fuck You Want!». Im Magazin «Die Mannschaft» erklären die Herausgeber*innen ihre Motivation wie folgt: «Es fehlt eine popkulturelle, sexpositive und ehrliche Thematisierung von Sexualität für junge queere Menschen». Das Buch schliesst gemäss Florian die Lücke zwischen heteronormativer Schulaufklärung und unrealistischen Pornos; also dort, wo eigentlich das Leben stattfinde. «Lesbenpornos sind von Männern, für Männer gemacht, zum Beispiel, und die (Darstellerinnen) haben lange Fingernägel und machen nur Dinge, die vor der Kamera gut aussehen», ergänzt Anna. Mit Illustrationen von Claudio Näf und Fotos von Anne Morgenstern. Kostet nur 15 Franken.
Hier kann man das Buch bestellen
Pride sucht heiratswillige Liebespaare
Wenn alles gut geht, findet die Zurich-Pride-Woche vom 7. bis 20. Juni statt – unter dem Motto «TRAU DICH! Ehe für alle jetzt!». Zwar ist die Ehe für alle vom Parlament bewilligt, doch haben ewiggestrige Kreise um die EDU bereits angefangen, Unterschriften für ein Referendum zu sammeln. Für das Foto-Shooting einer Gegenkampagne sucht die Pride nun gleichgeschlechtliche Paare, die heiraten möchten. Die Anmeldefrist ging zwar am 24. Januar zu Ende, doch vielleicht akzeptiert die Pride auch Nachzügler*innen: Mail-Adresse.
Alle Informationen zur Zurich Pride 2021
Das Pride-Podcast-Team: Moderator Alexander Wenger (l.) und Produzent Kevin Burke.
Queere Geschichten im Pride-Podcast
Wer ihn noch nicht kennt, muss ihn kennenlernen: den Zurich-Pride-Podcast. Da interviewt Moderator Alexander Wenger Menschen aus dem ganzen LGBTIQ+-Spektrum, und alle geben locker und bereitwillig Auskunft über Beziehungen, Sex, Coming-out, Geschlechtskrankheiten u.a.. Sie erzählen ihre Geschichten und geben oft einen intimen Einblick in zum Teil verborgende Welten. Demnächst soll das Podcast-Team durch eine Moderatorin ergänzt werden. Die Podcasts sind auch über Spotify abhörbar.
Zu den Zurich-Pride-Podcasts
UMFRAGEN
Start der dritten Befragung des Schweizer LGBTIQ+-Panels
Bereits zum dritten Mal führen die Forscherinnen Tabea Hässler (Universität Zürich) und  Léïla Eisner (Universität Lausanne) den Schweizer LGBTIQ+-Panels durch. Damit wollen sie besser verstehen, ob und warum sich die Lebensumstände von LGBTIQ+-Personen in der Schweiz im Laufe der Zeit verändern. Um dieses Ziel zu erreichen, führen sie jährlich Umfragen durch, in denen sie Erfahrungen von LGBTIQ+ Personen und cis-heterosexuellen Menschen erheben. In den letzten zwei Jahren haben jeweils fast 1700 Personen an den Umfragen teilgenommen. Eine Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse der Studie in den Jahresberichten 2020 und 2019 findet ihr hier.
Zur 3. Umfrage: Schweizer LGBTIQ+-Panel (in vier Sprachen)
Unterstützung für die queere Gesellschaft
Maeva Zugga ist im dritten Jahr ihrer Ausbildung als Kauffrau; für ihre Abschlussarbeit macht sie eine Umfrage zum Thema «Unterstützung für die LGBTQ+-Gesellschaft». Sie bittet auch queerAlternde, an dieser Umfrage teilzunehmen.
Zur Umfrage: Unterstützung für die LGBTQ+-Gesellschaft
Gesellschaftliche Stellung von Senior*innen
Die Vereinigung aktiver Senioren- und Selbsthilfeorganisationen der Schweiz (Vasos/Fares), bei der queerAltern Mitglied ist, lädt über 80-jährige Menschen der Schweiz ein, zu dieser Frage Stellung zu nehmen: «Menschen über 80, eine von der Gesellschaft vernachlässigte Gruppe!?» Ziel sei es, dass an der Umfrage mindestens 1000 Senior*innen mitmachten. Der Online-Fragebogen kann in Deutsch, Französisch oder Italienisch ausgefüllt werden.
Zur Umfrage: Werden Senioren*innen vernachlässigt?
HEIMKINO
Queere Filmpionierin und Künstlerin: Ulrike Ottinger auf dem Bodensee.
Ulrike Ottinger – die Frau vom See
Am 9. Januar 2021 hätte sie am Zürcher Filmpodium mit dem Pink Apple Festival Award 2020 gewürdigt werden sollen. Nun kann das filmische Porträt über die Konstanzer Filmemacherin und Künstlerin Ulrike Ottinger beim Salzgeber Club gestreamt werden: «Die Nomadin vom See» von Brigitte Kramer (D 2012). Ottinger wurde im vergangen Jahr mit Preisen eingedeckt: Im Februar bekam sie die Berlinale Kamera 2020, und für ihren neuen Dokumentarfilm «Paris Calligrammes» wurde sie mit dem deutschen Dokumentarfilmpreis ausgezeichnet. Die Pink-Apple-Preisverleihung musste bereits zweimal vorschoben und soll demnächst nachgeholt werden.
Zum Salzgeber-Club
Da empfangen Pete und Tiff gerade einen Kunden: Brendan Scannell und Zoe Levin in «Bonding».
«Bonding»: Start der zweiten Staffel
Der Rotschopf Pete ist blutjung, schwul, liebenswürdig und schüchtern. Er arbeitet in New York als Kellner, dort trifft er auf seine Highschool-Freundin Tiff. Die Psychologie-Studentin arbeitet nebenbei erfolgreich als Domina und stellt Pete als ihren Assistenten ein. Dabei gerät Naivling Pete in Situationen, die er sich in seinen wildesten Träumen nie vorgestellt hat. Doch die beiden haben viel Spass miteinander und erleben skurrile Abenteuer. Und Pete verarbeitet seine Erlebnisse als Stand-up-Comedian. Die zweite Staffel der witzig-schrägen Dark-Comedy-Serie startete soeben auf Netflix. Die Protagonist*innen werden subtil und einfühlsam dargestellt. Zarte und prüde Gemüter könnten sich an einigen Szenen stören.
Zum Trailer
Vermitteln gute Laune: Martin Scorsese und Fran Lebowitz.
Das New York von Fran Lebowitz
Zurzeit wird «Pretend It’s a City» überall gelobt. In der sechsteiligen Serie wandert Filmregisseur Martin Scorsese mit der lesbischen Schriftstellerin Fran Lebowitz durch New York. Sie erzählt – mit teilweise schrägem Humor und viel Esprit – aus ihrem Leben, über ihre Begegnungen, Erlebnisse und ihre Macken. Lebowitz wie Scorcese könnten sich nicht vorstellen, in einer andern Stadt zu leben.
Mehr auf queer.de
BÜCHER
Zu ihren Lebzeiten war es nicht leicht, eine befreite Frau zu sein: Simone de Beauvoir.
Lesbischer Roman von Simone de Beauvoir
Sie war eine der mutigsten und einflussreichsten Frauen des letzten Jahrhunderts und inspirierte Generationen von Feministinnen: die französische Schriftstellerin, Intellektuelle und Feministin Simone de Beauvoir (1908–1986; «Das andere Geschlecht»). Nun wurde posthum das autobiografische Werk «Les inséparables» veröffentlicht – über eine lesbische Liebesgeschichte. Der Roman sei der de Beauvoir zu persönlich gewesen, um ihn zu ihren Lebzeiten zu veröffentlichen; er wird demnächst bei Rowohlt auf Deutsch erscheinen.
Rezension in der «Zeit»
Neues aus der Holocaust-Forschung
Am 27. Januar jährte sich die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz zum 76. Mal. Dort kamen auch zahlreiche homosexuelle Menschen um. Während Männer allein wegen ihrer Homosexualität ins Konzentrationslager kommen konnten, brauchte es dazu für lesbische Frauen einen zusätzlichen «Makel»: Sie mussten zum Beispiel als Jüdinnen, Asoziale oder Staatsfeindinnen gebrandmarkt werden – die diesbezüglichen Fantasien der Nazis waren grenzenlos. Die Historiker*innen Joanna Ostrowska, Joanna Talewicz-Kwiatkowska und Lutz van Dijk veröffentlichten zum Thema kürzlich das Buch «Erinnern in Auschwitz – auch an sexuelle Minderheiten».
Mehr über das Buch
MEDIEN
Hier erzählen queere Senior*innen ihre Geschichten: Webpage «Not Another Second».
Queers und ihre verlorenen Jahre
Zu lange haben heutige Senior*innen im Schrank gelebt. Sie nennen es ihre verlorenen Jahre. In der US-Kampagne «Not another Second» erzählen zwölf queere Paare die Geschichten ihrer meist späten Coming-outs. Sie sollen die Gesellschaft sensibilisieren und jungen Queers Mut machen, sich nicht zu verstecken. Geplant zum Thema ist eine Ausstellungs-Tour durch die USA in der Nach-Corona-Zeit: Bericht auf queer.de.
Zur Website «Not Another Second»
Der schwule Onkel, der sich umbringen liess
«Meine Grossmutter hat Rainer verstossen, weil er homosexuell war. Eines Tages hypnotisierte Rainer einen jungen Mann und gab ihm den Befehl, ihn zu erschiessen», erzählt Lena Rittmeyer in «Das Magazin». Mit der Geschichte ihres Onkels geht die Autorin dem Lebensweg eines Mannes nach, für den es keinen Platz in unserer Gesellschaft zu geben schien. Rainers Tod schlug vor 50 Jahren in den Medien hohe Welle. Ein spannendes Erzählstück.
Zum Artikel in «Das Magazin»
Pink Apple das nächste Mal ohne Maske?: Geplant ist das Filmfestival vom 27.4.–9.5.2021 (Bild: Pascal Bovey).
Rückblick aufs 23. Pink Apple Filmfestival
Jedes Jahr gibt Thierry Frochaux in der «P.S.-Zeitung» einen ausführlichen Rückblick auf das vergangene schwullesbische Filmfestival Pink Apple. So auch dieses Jahr mit dem Titel: «Homosexualität kann man nicht anerziehen». Ein lesenswertes Essay.
Zum Bericht in «P.S.-Zeitung»
SCHLUSSPUNKT
«Es gibt nichts Besseres für eine Stadt, als eine dichte Bevölkerung von zornigen Homosexuellen»
Fran Lebowitz in der Netflix-Doku «Pretend It’s a City»
Verein queerAltern
c/o Caroline Bisang
Wasserschöpfi 15
8055 Zürich
info@queeraltern.ch
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