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Newsletter September 2021
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«Wir sind queerAltern!»: Zurich Pride vom 4. September 2021 (Foto: Peter Fahrni).
Liebe queerAlternde
Das Regenbogenhaus wurde Ende August an einem Festakt offiziell eröffnet. Nun hat die queere Community von Zürich und darüber hinaus einen attraktiven Begegnungsort inmitten eines zentral gelegenen, lebendigen Clusters mit Gemeinschaftsräumen, Gastrobetrieben, Läden und einem Theater. queerAltern freut sich, Mitglied des Vereins Regenbogenaus zu sein.
 
Auch in Basel tut sich was: Bald hat die Stadt am Rheinknie ihr eigenes queerAltern. Dieser Tage konstituiert sich der Vorstand nach dem Vorbild von queerAltern (mehr weiter unten).

Und schweizweit lassen wir es hoffentlich am nächsten Sonntag krachen: Wenn nicht sehr viel schief läuft, wird die Ehe für alle ENDLICH Realität!

Herzliche Grüsse

Der queerAltern-Vorstand mit Patrick Attenhofer, Barbara Bosshard, Caroline Bisang, Gioia Hofmann, Willi Leutenegger und Christian Wapp

QUEERALTERN DEMNÄCHST
26.9.: Public Viewing am Abstimmungssonntag
Mitfiebern und Mitfeiern am Abstimmungssonntag vom 26. September: Network – Gay Leadershop –, queerAltern und WyberNet treffen sich zum Public Viewing in der Cranberry-Bar. Die Bar öffnet bereits um 13 Uhr, damit alle rechtzeitig den Verlauf der Ehe-für-alle-Abstimmung verfolgen können. Wenn das endgültige Resultat vorliegt, wird angestossen. Vor Ort kann auf eigene Rechnung auch eine kleine Zwischenverpflegung konsumiert werden. Eine Anmeldung ist zwingend. Es gelten die bekannten Covid-Regeln mit Zertifikatspflicht in Innenräumen.
Anmeldung
Wanderziel: Restaurant Paradies in Schlatt.
2.10. / QueerAltern-Wandertag: Warum ist es am Rhein so schön?
Im September-Newsletter bereits angekündigt, wandert am 2. Oktober eine Gruppe queerAlternder samt Freund:innen von Diessenhofen nach Schlatt dem Thurgauer Rheinufer entlang (ca. 2 Stunden). Im Restaurant Paradies werden wir einen Lunch einnehmen oder – je nach Lust und Laune – in der Nähe picknicken. Danach nehmen wir dir Fähre über den Rhein nach der deutschen Enklave Büsingen. Von dort gelangt man entweder mit dem Bus oder zu Fuss bis zum Bahnhof Schaffhausen. Wer sich anmeldet, erhält die Detailinformationen.
Anmeldung
7.10. / QueerAltern-Stammtisch
Da jetzt wieder die kühlen Abende kommen, findet der nächste queerAltern-Stammtisch voraussichtlich im Innern statt. Und deshalb sind alle Teilnehmenden gefordert, ihr Corona-Zertifikat vorzuweisen (3G: Geimpft, Genesen, Getestet). Wir freuen uns am Donnerstag, 7. Oktober 2021, auf eine weitere gemütliche Runde. Damit wir wissen, wieviele kommen, bitten wir nach wie vor um eine Anmeldung. Der Stammtisch findet jeweils am ersten Donnerstag des Monats im Restaurant Pery statt (Zentralstrasse 36, 8003 Zürich). Willkommen sich auch Nichtmitglieder!
Anmeldung
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Was die Ehe für alle verändert: Jürg Koller weiss es (Foto: Sandra Meier / gestaltungskiosk.ch).
26.10. / queerAltern-Informationsabend: Ehe für alle – was wird anders?
Die Ehe für Alle wird in der Schweiz eingeführt! Sollen wir nun heiraten? Welche Auswirkungen und Möglichkeiten hätte dies? Was ändert sich mit einem JA zur «Ehe für alle» für Paare, die ihre eingetragene Partnerschaft in die Ehe umwandeln möchten. Worauf muss geachtet werden und wie geht das? Wann und weshalb lohnt es sich, neben ideologischen Gründen, eine Ehe für alle nicht zu vollziehen? Ein Informationsabend von queerAltern: Dr. iur. Jürg Koller, Rechtsanwalt & Notar, informiert und beantwortet Fragen. Keine Anmeldung erforderlich.
Mehr Informationen
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Die Kunst des richtigen Lichts: Lichtkünstlerin Lena Omlin (Rendering: BauNetz).
10.11. / Rundgang durch die Kunsthaus-Erweiterung
Alles ist ein Nichts ohne Licht: Rundgang durch die neue Kunsthaus-Erweiterung mit Lichtdesignerin und queerAltern Mitglied Lena Omlin. Am 9. Oktober ist die Eröffnung der Kunsthaus-Erweiterung des britischen Stararchitekten David Chipperfield. Nicht nur der Neubau ist eine Attraktion, sondern auch die Kunstwerke. Doch Monet, Manet, Gaugin sind ein Nichts, wenn sie nicht ins richtige Licht gesetzt werden. Nur eine attraktive Präsentation versetzt ihnen den Glanz, der ihnen zusteht. Dafür ist Lena mitverantwortlich. Sie wird uns am 10. November durch den Neubau führen und anhand einzelner Kunstwerke erklären, worauf sie achten musste, dass Kunstwerke als Kunstwerk für uns Museumsbesucher:innen in seinen Nuancen sichtbar werden. Beschränkte Platzzahl.
Anmeldung
17.11. / Wiederaufnahme: Erzählcafé mit Liliana Schmid
Sie organisiert für queerAlternde und Freund:innen seit drei Jahren die Veranstaltung nach der Erzählcafé-Methode: queerAltern-Mitglied Liliana Schmid, ausgebildete Erzählcafé-Expertin. Erzählcafés sind moderierte Erzählrunden, bei denen die Lebensgeschichten und Erfahrungen der Teilnehmenden im Zentrum stehen. Am 17. November 2021 ist es wieder soweit, dann findet die nächste Erzählcafé-Runde statt, wiederum in der Genossenschaft Bonlieu. Da die Teilnehmendenzahl auf neun Personen beschränkt ist, ist eine Anmeldung erforderlich. Unkostenbeitrag 5 Franken.
Anmeldung und weitere Infos
King of Comedy: Michael Elsener (Foto: Philippe Hubler).
5.12. / Michael Elsener exklusiv für queerAlternde
Vor kurzem machte er über die Schweizer Grenzen hinaus Furore mit seinem Video «Kein Outing», und kürzlich hielt er an der diesjährigen Zurich-Pride eine Rede: Michael Elsener. Der Zuger Komiker tourt zurzeit durch die Schweiz mit seinem Programm «Fake Me Happy». Uns ist es gelungen, ihn für eine exklusive Showcase-Vorstellung für queerAlternde und Freund:innen zu gewinnen: am Sonntag, 5. Dezember um 17 Uhr im ComedyHaus. Er wird uns dabei mit einem 45-minütigen Comedy-Showcase überraschen. Kosten für die Show: 25 Fr. für queerAltern-Mitglieder, 35 Fr. für Nichtmitglieder. Der Vorverkauf startet am 1. November.
Mehr über den Event
QEERALTERN: IN EIGENER SACHE
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«Ja, ich will – soll für alle möglich sein»
Die Katholische Kirche im Kanton Zürich sowie Vasos (Vereinigung aktiver Senioren- und Selbsthilfeorganisation der Schweiz) haben unsere Präsidentin eingeladen, auf deren Webseiten ihre ganz persönliche Sicht auf die Ehe für alle darzulegen: «Ein Ja zur Ehe für alle schafft diejenigen Grenzen ab, die bis heute noch immer einen Teil, der sich liebenden Menschen von der Gründung eines juristisch abgesicherten Familienlebens ausschliesst.» Ebenso äussert sich Barbara auf der HelvetiCare-Plattform über diskriminierungsfreies Altern.
Zu Barbaras Beiträgen
Spenden für queerAltern steuerbefreit
Im zweiten Anlauf, nach einem Wiedererwägungsgesuch, hat es geklappt: Spenden für queerAltern sind ab sofort steuerbefreit. Somit gilt queerAltern als gemeinnütziger Verein. In den Statuten muss lediglich noch unter Art. 25, Absatz 3, erwähnt werden, dass vorhandenes Geld bei einer Vereinsauflösung für einen gemeinnützigen Zweck verwendet wird. Diese Statutenergänzung muss an der nächsten Generalversammlung noch verabschiedet werden.
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Es geht vorwärts: Espenhof – Wir leben Vielfalt!
Anfang September hat die Stiftung Alterswohnungen der Stadt Zürich (SAW) plangemäss die Eingabe für das Baubewilligungsverfahren des Ersatzneubaus Espenhof Nord gemacht. Bereits sind auf dem Areal die Bauprofile zu sehen. Die Baubewilligung wird voraussichtlich im Frühjahr 2022 erfolgen. Der Bezug der Wohnungen im queeren Haus wird 2025 erwartet. queerAltern ist zusammen mit der SAW und den Gesundheitszentren der Stadt Zürich gleichwertiger Partner im Espenhof-Projekt. 
Häufig gestellte Fragen
queerAltern in Basel: neuer Verein nach Vorbild von Zürich
Die Arbeit von queerAltern trägt auch überregional Früchte: Wir sind stolz, verkünden zu können, dass sich in Basel zurzeit ein neuer queerAltern-Verein in der Gründungsphase befindet. Der neue Verein verfolgt am Rheinknie die gleichen Ziele wie queerAltern in Zürich. Der Basler Vorstand wird sich noch im September konstituieren. Danach werden interessierte Kreise Anfang 2022 zu einer Informationsveranstaltung aufgerufen. queerAltern in Zürich und queerAltern in Basel werden erst einmal unabhängig voneinander operieren, jedoch besteht eine enge Kooperation.

In der Startphase kam es zwischen der Baslergruppe und queerAltern-Präsidentin Barbara Bosshard zu einem regen Austausch. Im Entstehen der Statuten gab es ebenfalls einen Austausch mit queerAltern-Gründungsmitglied und -Vorstandsmitglied Willi Leutenegger. Der Vorstand hat sich einstimmig dazu ausgesprochen, dass die Basler Gruppe Namensgebung und Corporate Design für ihre Zwecke adaptieren können. Dabei wird klar ersichtlich, dass es sich um queerAltern Region Basel handelt
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Unser Pfarrer im Oberengadin
queerAltern-Mitglied Thomas Maurer, bisher reformierter Pfarrer von Knonau und Wangen Brüttisellen, wirkt seit Anfang September in Celerina und Pontresina. Der Pressemitteilung der Pfarrgemeinde ist zu entnehmen, dass Thomas bis Juni 2022 als Provisor angestellt ist, da es sich um seine erste Stelle im Kanton Graubünden handelt. Auf Facebook zeigt Thomas stolz die Schönheiten der Landschaft seiner neuen Heimat.
Mehr
queerAltern als Gast bei Spielbar
Die Plattform Spielbar bietet Ausbildungen oder Coachings an, bei dem sich alles ums Spielen dreht. Für ihren Newsletter wurde queerAltern eingeladen, eine fünfteilige Serie über unser Wirken zu verfassen. Die Serie, geschrieben von queerAltern-Vizepräsident Christian Wapp, erschien monatlich zwischen April und August 2021. Die entsprechenden Newsletter haben wir nun auf unserer Webseite verlinkt.
Zu den queerAltern-Blogs
QUEERALTERN KÜRZLICH
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Wie in der guten Stube: Barbara Bosshard mit Gast Peter Rubli (Foto: Nadia Hürlimann).
Zweiter queerSalon mit Peter Rubli
Einen weiteren Einblick in unsere Community gab queerAltern-Präsidentin Barbara Bosshard am 7. September mit queerAltern-Mitglied Peter Rubli als Gast. Er erzählte von seinen Jugendjahren als Verdingkind, das ständig zwischen verschiedenen Pflegeeltern und seinen Grosseltern hin- und hergeschoben wurde. Wie er nie Freizeit hatte, weil er vor und nach der Schule im Stall hart arbeiten musste, und man ihm auch keine höhere Ausbildung erlaubte, weil er ja doch als Knecht enden würde. Doch Peter hatte zum Glück genug Widerstandskraft, um einen Weg zu einem erfüllten Leben zu finden. U.a. in einer rund fünfzigjährigen Partnerschaft mit seinem vor zweieinhalb  Jahren verstorbenen Mann. Wieder ein eindrücklicher Abend in der Kulturbar Das Gleis.
 
Nächster queerSalon am Samstag, 20. November, um 16 Uhr (Gast noch nicht bekannt).
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Sich sichtbar machen ist wichtig wie eh und je: vor dem Demo-Start auf dem Helvetiaplatz.
queerAltern marschierte an der Zurich Pride für die Ehe für alle
Es war sonnig und heiss, die Route war lang, doch es tat gut, nach einem Unterbruch von zwei Jahren wieder gemeinsam mit der queeren Community zu marschieren. Gut 20 queerAlternde marschierten am 4. September mit, trugen unsere Banner, verteilten Flyer. Einige, die nicht mehr gut zu Fuss sind, kamen zudem zum Startpunkt Helvetiaplatz, um die Reden zu hören. Unter anderem von queerAltern-Mitglied Werner Neth und Komiker Michael Elsener. Die rund 20’000 Teilnehmer:innen demonstrierten für die Ehe für alle, die es unbedingt zu gewinnen gilt.
SZENE
Freund von Paulus: Ralf König.
Leseshow: Ralf König und die Bibel
Wer sich mit queerer Geschichte und Gegenwart befasst, beschäftigt sich unweigerlich auch damit, was Religionen dazu zu sagen haben. So hat auch Ralf König immer mal wieder darüber nachgedacht. U. a. in seiner Bibel-Trilogie «Prototyp», «Archetyp» oder «Antityp» hat er sich in Comic-Manier mit der heiligen Schrift auseinandergesetzt. Nun hat ihn die Paulus-Akademie zu einer Lesung von «Antityp» eingeladen, in dem es um den Apostel Paulus geht. Vermutlich werden da einige der konservativen katholischen Oberen nicht amused sein, denn die Paulus-Akademie steht ohnehin wegen ihres Programms in der Kritik. König wird am 29. Oktober im Rahmen des Literaturfestivals «Zürich liest» auftreten – mit dem Programm «Der letzte Teil der Bibel».
 
Leider konnten wir für die queerAltern-Lesung mit Ralf König vom vergangenen Jahr noch immer keinen neuen Termin finden. Einerseits wegen der Pandemie, andererseits wegen Personalwechseln im Kosmos. Wir bleiben dran und sind mit Kosmos und König in Kontakt.
Zur Paulus-Akademie
Ballet und Sport: Pink Mama im Stück «Olympiade».
10 Jahre Pink Mama Theatre
Das in Bern ansässige Pink-Mama-Tanztheater feiert dieses Jahr sein 10-Jahres-Jubiläum. Dies gleich mit mehreren Performances in Bern (ab 30.9.) und dem Film «Faggots» von Dominik Krawiecki and Patrycja Planik, der Ende August am Internationalen Filmfest Oldenburg Premiere feierte und den Audicity Award gewann. Der Film soll demnächst in Bern gezeigt werden.
Alle Aufführungen
«Paul*» im «Kaufleuten»
Das Theater des Kantons Zürich hat für Schulen ein Theaterstück über Transidentität inszeniert, das für Ausbildungszwecke gebucht werden kann. Am 7. November kann man «Paul*» auch im «Kaufleuten» sehen – im Rahmen der «Verzaubert»-Reihe. Anschliessend diskutiert Andreas Bühlmann, Ko-Festivalleiter Pink Apple, mit der «Paul*»-Autorin Eva Rottmann, Hannes Rudolf, Leiter der Fachstelle für trans Menschen in Zürich, und «Paula»-Darsteller Mirza Šakic.
 
Zur Erinnerung: Wie im letzten Newsletter vermeldet, lädt «Verzaubert» am 25. Oktober zu einem Podiumsgespräch über queere Literatur ein. Mehr
Tickets und mehr Infos
Ausdrucksstark, frech und poetisch: Georgette Dee.
Nachtgesänge mit Georgette Dee
«Deutschlands grösste lebende Diseuse» («Die Zeit») Georgette Dee macht wieder einmal Halt in Zürich. Vom 10. bis 13. Dezember tritt sie im Theater The Millers auf. In ihrem aktuellen Programm macht sie eine «Traumreise durch verräucherte Kellerlokale, wo aufrechte Trinker die Welt davor bewahren, im Bankschliessfach zu verschwinden» («Welt»). Sie muss es wissen: Während ihren Konzerten becherte sie zumindest früher eine ganze Flasche Whisky. Ob sie mit Nichtalkoholischem präpariert war, ist nicht bekannt: Was Dee mit ihren Liedern ausdrückt und wie sie sich dazwischen verquatscht, ist allemal ein Ticket wert.
 
Unter dem Motto «Variete, Drags & Diseusen» treten im Millers auch Rebekka Burckhardt (1.10./7.11.) und Odette Hella Grand (3.12.) auf.
Diseusen-Alarm in Millers
AUSSTELLUNGEN
«Blanks and Preforms»: das Werk «Statics» (2021).
Charlotte Prodger in Winterthur
Genderpolitik, Individualität und Freiheit sind die Themen der britischen Künstlerin Charlotte Prodger. Nun gibt ihr das Kunst Museum Winterthur als erstes Museum der Schweiz Gelegenheit, ihre Werke in einer Einzelausstellung zu präsentieren (bis 14.11.2021). «Basis ihrer kritischen Haltung gegenüber gesellschaftlichen Normen bildet die Verwurzelung in der Queerkultur», so das Museum. Prodger wurde 2018 mit dem renommierten Turner Prize der Tate Modern ausgezeichnet. In Winterthur sind Filme, Videoskulpturen und Installationen zu sehen.
Mehr Infos
Begegnungen von zwei Frauen, die sich bisher nicht gekannt haben: Fotoprojekt in der Münchenstift (Foto: Bethel Fath).
Drei Städte, drei Ausstellungen
Wieder mal einen Abstecher nach Berlin, Köln oder München lohnt sich zurzeit besonders, denn die drei Städte warten zurzeit mit ungewöhnlichen queeren Ausstellungen auf. In «Mut der Generationen. Lesbisches Selbstverständnis im Wandel der Zeit» (München) geht es um lesbisches Selbstverständnis im Wandel der Zeit anhand von Begegnungen zweier Generationen. «pain pride pose» (Köln) ist eine Fotoausstellung, die queere Menschen aus 12 Ländern vorführt. Und «lonely hearts» (Berlin) präsentiert lesbische Kontaktanzeigen von gestern bis heute.
Zum Überblick in I-Mag
Online-Ausstellung «Unknown Objetcs: Newly Told Stories»
Bequem zu Hause kann man sich die neue Online-Ausstellung des Schwulen Museums Berlin ansehen (bis 31. Dezember). Gezeigt werden Gegenstände, Fotos, Videos, Zeichnungen oder Gemälde aus der Museumssammlung. Die Ausstellungsobjekte wurden 3D-digitalisert, und die Geschichten dahinter werden von zahlreichen Autor:innen in Hörbeiträgen erzählt: ein spannender und kurzweiliger Ansatz.
Zu den «Unknown Objetcs»
BÜCHER
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Tazio spricht: neues Buch von Martin Frank
«Jetzt packt Tazio aus! Endlich kommt Tazio zu Wort», schreibt Martin Frank auf seiner Webseite. Inspiriert von Thomas Manns Novelle «Tod in Venedig» begann sich Frank Gedanken über den von Gustav von Aschenbach heimlich angehimmelten Jüngling Tazio zu machen, woraus der Roman «Venedig, 1911» entstanden ist. Bekannt wurde Frank 1979 mit seinem berndeutschen Liebesroman-Bestseller «Ter Fögi isch en Souhung», der von Marcel Gisler 1998 verfilmt wurde.
Mehr über Buch
Von Queers für Queers
Der Querverlag bezeichnet sich als «Deutschlands erster und einziger lesbisch-schwuler Buchverlag». 1995 gegründet, bringt der Verlag nur Bücher mit queeren Themen heraus. Wer sich beim Verlag auf dem Laufenden halten möchte, kann den Querverlag-Newsletter abonnieren.
Zu den Neuerscheinungen
Vor und nach Stonewall: die Leben von Edmund White
Bekannt wurde er als Co-Autor des Standardwerks «Die Freuden der Schwulen»: ein Auftragswerk, das es ihm 1977 als verkannten Schriftsteller ermöglichte, einem schlecht bezahlten PR-Job zu entfliehen. Edmund White gilt heute als einer der bedeutendsten schwulen Autoren – mit Romanen wie «Selbstbildnis eines Jünglings» oder «Abschiedssymphonie» oder einer Biografie über Jean Genet. Kürzlich ist seine 2005 auf Englisch erschienene Autobiografie «Meine Leben» auf Deutsch erschienen: ein Lesespass der exquisiten Art. White, heute achtzigjährig, ist ein tiefgründiger Beobachter seiner Mitmenschen und sich selbst. Schonungslos, jedoch humorvoll, beschreibt er seine Eltern, Verwandten und Freund:innen. Und er scheut sich auch nicht, seine sexuellen Obsessionen offenzulegen und zu hinterfragen.
Mehr über das Buch
KINO
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Schriller pensionierter Friseur: Udo Kier in «Swan Song».
Queeres am Zurich Festival
Das Zurich Film Festival (23.9.–4.10.2021) wartet auch dieses Jahr mit Filmen auf, in denen queere Themen zur Sprache kommen. «Display» und queer/de haben sich die Mühe gemacht, diese im Detail zu besprechen. Darunter auch «Swan Song» mit Udo Kier, «Grosse Freiheit» (siehe Beitrag über Pink Apple) oder «The Power of the Dog» mit Benedict Cumberbatch als schwulen Rancher.
Bildet den Auftakt: «The First Death of Joana» aus Brasilien.
Queer Cinema in Luzern
Nach dem PinkPanorama-Festival folgen in Luzern gleich nochmals zwei Wochenenden mit queeren Filmen, und zwar am 24. und 25. September sowie am 1. und 2. Oktober 2021 im Stattkino. Gezeigt werden insgesamt zehn Spiel- und Dokumentarfilme aus aller Welt.
Programm Queer Cinema
Vom Konzentrationslager in den Knast: Hans (Franz Rogowski).
Pink Apple im Oktober
Das 24. Schwullesbische Filmfestival Pink Apple geht weiter. Am 27. Oktober wieder mit einem Doppelprogramm im Arthouse Uto: Um 18:45 Uhr mit dem türkischen Spielfilm «Love, Spells And All That» über eine Wiederbegegnung zweier Frauen, die in ihren Jugendjahren wegen ihrer Liebe für einen Skandal sorgten. Und um 21:00 Uhr «Grosse Freiheit», der ab 29. September viermal auch am Zurich Film Festival zu sehen ist. Der deutsche Spielfilm erzählt die Geschichte von Hans, der 1945 aus dem Konzentrationslager gerettet wurde und wegen des Paragraphen 175 danach mehrmals im Gefängnis landet.
 
Am Wochenende vom 29. bis 31. Oktober folgt im Filmpodium eine Retrospektive mit Filmen des israelischen Regisseurs Eytan Fox, dem Gewinner des diesjährigen Pink Apple Awards.
Alle Filme im Überblick
Eishockey-Trainer Mik Panci: Protagonist im Film.
Trans – I got life
Als die beiden Filmemacherinnen Doris Meth und Imogen Kimmel vor fünf Jahren das Projekt eines  Dokumentarfilms über trans Menschen in Angriff nahmen, wurde noch kaum über trans Themen diskutiert. Heute ist das anders, und so fand die Weltpremiere ihres Films «Trans – I got Life» am Münchner Filmfest grosse Beachtung. Im Film erzählen trans Menschen über ihre Leben: ergreifend und eindrücklich. In Deutschland ab 23. September in den Kinos und hoffentlich auch bald in der Schweiz.
Die Regisseurinnen im Gespräch
TV & STREAM
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Von der Schwierigkeit, einen Hof zu retten: die «Neumatt»-Crew mit Hauptfigur Michi (Julian Köchin) im Anzug.
Serie: Verflixtes Landleben heute
Die neue SRF-Serie «Neumatt» von Sabine Boss und Pierre Bonnard nach einer Idee von Petra Volpe verspricht auch für queere Menschen interessant zu werden. Denn die Hauptfigur Michi (Julian Köchin) outet sich als schwul. Als erfolgreicher Firmenberater in der Stadt muss er aufs Land heimkehren, um den verschuldeten elterlichen Bauernhof zu retten. Dies nachdem sich sein Vater umgebracht hat. Die achtteilige Serie startet am 26. September auf SRF.
Mehr
Kennt sich aus in der menschlichen Sexualität: Udo Rauchfleisch.
Faktencheck: Wie entsteht sexuelle Orientierung?
Gibt es ein Homo-Gen? Ist die sexuelle Orientierung angeboren oder angelernt? Welches sind die biologischen Mechanismen: eine Tour d’Horizon durch die neusten wissenschaftlichen Erkenntnisse. Auch wenn du meinst, du wüsstest schon alles, lohnt es sich, das gut gemachte 12-minütige Video von SWR3 anzusehen. Insbesondere auch durch die Erläuterungen von queerAltern-Mitglied Udo Rauchfleisch als Fachperson für Sexualität.
Zum Stream auf YouTube
Inspirierende Liebe: Virginia Woolf (Elisabeth Debick, r.) und Virginia Sackville-West (Gemma Arterton).
Virginia Woolf und Vita Sackville-West
Das Biopic «Vita & Virginia» gibt Einblick in die Liebe der Schriftstellerin Virginia Woolf zu Virginia Sackville-West und erzählt auch die Entstehungsgeschichte von Woolfs Hauptwerk «Orlando», in der sie die Familiengeschichte von Sackville-West verarbeitet. Der Film ist auf DVD und als Stream (Blue TV, Sky, Amazon u.a.) erhältlich.
Mehr
Eric (l.) und Otis: Der eine verzehrt sich nach Boys, der andere nach Girls.
Dritte Staffel von «Sex Education»
Von vielen sehnsuchtsvoll erwartet: die dritte Staffel der britischen Serie «Sex Education». Unverkrampft, unterhaltsam und witzig begleitet die Serie Otis durch die Irrungen und Wirrungen seiner Pubertät. Sein bester Freund ist Eric, schwul mit Crossdresser-Ambitionen. Eine gewichtige Rolle spielt auch Otis’ eigenwillige Mutter als Sextherapeutin, dargestellt von Gillian Anderson. Neu auf Netflix.
mehr
Mission Regenbogen: Steve Mary und sein LGBTIQ-Team im Einsatz.
Queere Spioninnen
«Q-Force»: Animationsserie über den schwulen Superspion Steve Mary, der im rauflustigen LGBTIQ-Team des CIA darum kämpft, von den Bossen des Geheimdienstes ernst genommen zu werden. Im Team dabei sind ebenfalls Mechanikerin Deb, Hackerin Stat und Dragqueen Twink. Neu auf Netflix.
Mehr
Sportlegende und Reality Star: Caitlyn Jenner.
Kampf um Persönlichkeit
Sie ist wohl eine der berühmtesten trans Menschen der USA: Caitlyn Jenner. Noch als Mann gewann sie an den Olympischen Spielen 1976 Gold im Zehnkampf. 2015 gab sie bekannt, eine trans Frau zu sein. Sie arbeitet als Schauspielerin und wirkt in Reality-TV-Formaten mit. Der Dokumentarfilm «Untold Caitlyn Jenner» verfolgt ihren mutigen Kampf um die Persönlichkeit, die sie heute ist. Neu auf Netflix.
mehr
DIES & DAS
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Setzt neue Impulse in der Eulenstadt: : Roberto González-Monjas .
Musikkollegium Winterthur mit neuem Dirigenten
Zurzeit ist Winterthur nicht nur wegen dem Kunst Museum etwas queerer als sonst, die Stadt hat auch einen neuen Direktor des Musikkollegiums: der offen schwul lebende Spanier Roberto González-Monjas. Seinen Einstand gibt der Dirigent und Violonist mit mehreren Konzerten ab 6. Oktober. Die Printausgabe des aktuellen «Display» widmet González-Monjas einen längeren Artikel.
Musikkollegium-Programm
Glücklich alt werden
«Alt: Jeder will es werden, keiner will es sein»: Das Berliner Gesundheitsmagazin für Männer, «Check», befasst sich in der August–Oktober-Ausgabe mit allen Aspekten des Älterwerdens von schwulen Männern. Dabei wird kaum ein Thema ausgelassen, über das sich jüngere und ältere Männer nicht schon Gedanken gemacht haben. Das Magazin will vor allem Möglichkeiten aufzeigen, wie Mann selbstbestimmt, gesund und glücklich alt werden kann.
Zum «Check»
DAMALS
Diese Rolle wollten viele Schauspieler nicht übernehmen: Dirk Bogarde in «Victim» mit Sylvia Syms.
Vor 60 Jahren: Grenzen sprengender Film über Homosexualität
Im englischen Sprachraum soll das Wort «Homosexuality» 1961 erstmals im britischen Spielfilm «Victim» erwähnt worden sein. Darin spielt der damalige Superstar Dirk Bogarde («Tod in Venedig») einen Rechtsanwalt, der wegen seinen sexuellen Vorlieben erpresst wird. In einem spannenden Artikel ordnet «The Gardian» den Film in den historischen Kontext ein und betrachtet ihn aus heutiger Sicht. Interessant dabei ist auch, dass Frauenliebling Dirk Bogarde (1921–1999) selbst schwul war, jedoch zu seinen Lebzeiten – aus guten Gründen – nie sein Coming-out hatte.
 
Zweiteiliger Dokumentarfilm «The Private Dirk Bogarde» auf YouTube.
Mehr in «The Gardian»
MEDIENPICK
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Auch in dunklen Zeiten für Queers gibt es was zu feiern: Szene aus dem «Barfüsser» anno 1963 (Foto: Liva Tresch / Schweizerisches Sozialarchiv)
Liva Tresch und viel mehr
NZZ: «Man nannte sie gruusiges Pack – Liva Tresch dokumentiert das Leben in den Zürcher Schwulen und Lesbenbars der sechziger und siebziger Jahre» Mit tollen Fotos!

Blick: «Fotografin Liva Tresch: Ich wollte mich im Urnersee ertränken»

Republik: «Schwule und Lesben waren anfänglich gegen die Ehe für alle»

SonntagsZeitung: «Homosexuelle sind eine Art Feindbild»

Wissenschaft/de: «Evolutionsvorteil durch gleichgeschlechtliche Sexualität?»

L-Mag: Melissa «Etheridge: Ich muss nicht nach Abenteuern suchen, sie kommen zu mir»

L-Mag: «K-Word #419: Neues aus der Lesbenwelt»

queer/de: «Hansjörg Maurer – Hitlers Helfer und sein Homo-Hass»

queer/de: «Queere Frauen im Film? Zurück in die Vergangenheit»
Schlusspunkt
«Es gibt ein grosses Bedürfnis, der hetero­normativen Idee zu entsprechen: Man will eine Kern­familie sein, also monogam leben und leibliche Kinder haben. Viele Menschen sehnen sich danach. Auch viele Schwule und Lesben haben solche Träume. Wir leben in einer hetero­sexuellen Welt, die der Idee von Vielfalt der Geschlechter und Beziehungen widerspricht.»
Gert Hekma, niederländischer Anthropologe und Soziologe, am 14.9.2021 in «Republik».
Verein queerAltern
c/o Caroline Bisang
Wasserschöpfi 15
8055 Zürich
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