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Newsletter März 2022
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«MY MOMMY IST BEAUTIFUL» von Yoko Ono (2004/2022): Pin-Wand zum Mitmachen im Zürcher Kunsthaus.
Liebe queerAlternde
Dieser Newsletter soll euch ein wenig auf andere Gedanken bringen – mit vielen Tipps für kulturelle Beschäftigungen. Wir hoffen, euch etwas von der deprimierenden Weltlage abzulenken. Doch ganz ohne den Krieg zu erwähnen, kommen auch wir nicht aus. Wir haben versucht, mit Links zu verschiedenen Beiträgen einen Blick auf die Situation von queeren Menschen in der Ukraine zu werfen. Und falls ihr diese besonders vulnerable Personengruppe gezielt unterstützen möchtet, findet ihr dazu auch zwei Links.
 
Wir freuen uns, dass wir wieder einmal mit euch eine Generalversammlung vor Ort verbringen dürfen – und zwar im neuen, schönen Theater im Zollhaus, der Spielstätte der Theatergruppe Anundpfirsich. Wer sich noch nicht angemeldet hat, bitte bis 28. März nachholen.
 
Wir wünschen euch einen angenehmen Frühlingsanfang, gute Gesundheit und positive Gedanken.

Der querAltern-Vorstand mit Patrik Attenhofer, Caroline Bisang, Barbara Bosshard, Gioia Hofmann, Willi Leutenegger und Christian Wapp

QUEERALTERN ZÜRICH
Neuer Termin: Führung durch die Stiftsbibliothek
Die Führung durch die Stiftsbibliothek St. Gallen vom 9. April ist ausgebucht. Deshalb hat queerAltern-Mitglied Doris Schwartz am 30. April einen Zusatztermin organisiert. Ab 14 Uhr führt der Historiker und Theologe Remo Wäspi für queerAlternde und Freund:innen nochmals durch den mit Büchern prallvollen Barocksaal mit Rokoko-Ausstattung.
Mehr Informationen und Anmeldung
Als die Welt noch irgendwie in Ordnung war: Ralf König in den Achtzigern.
Der König ist zurück und jubiliert
Wie bereits angekündigt, holt Ralf König am 31. Mai seine 2020 abgesagte Leseshow im «Kosmos» nach. Der Kölner Kult-Comiczeichner und -autor führt durch seine Jubiläumsshow: «40 Jahre ‹SchwulComix›». König feierte 2020 gleich zwei Jubiläen: Er wurde 60 Jahre alt, und 40 Jahre zuvor veröffentlichte er als Zwanzigjähriger seinen ersten Comic. Wir freuen uns, dass er nun sein Jubiläumsprogramm im Kosmos nachholt.
Mehr Informationen und Tickets
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Hereinspaziert!: GV im Theater im Zollhaus. Anmelden bis 28.4.2022!
Weitere Veranstaltungen von queerAltern
queerSalon vom 26. März (16:00h): queerAltern-Mitglied Alon Less im queerSalon über seinen Vater Avner Werner Less, der 1961 in Jerusalem Obersturmbannführer Adolf Eichmann verhört hatte. Mehr
 
Neu! Erzählcafé vom 5. April (16:00–17:30h): Direkt vor der GV lädt queerAltern-Mitglied Liliana Schmid zu einem weitern Erzählcafé ein – wie bisher in einem Raum der Genossenschaft Bonlieu an der Kochstrasse 2 in 8004 Zürich. Mehr

Generalversammlung vom 5. April (18:00h): Nach zwei Jahren Unterbruch findet unsere GV wieder mit Publikum vor Ort statt – im Theater im Zollhaus, Zollhausstrasse 121, 8005 Zürich. Der Vorstand hat sich für eine Maskenpflicht entschieden. Bitte melde dich bis 28. März an: events@queeraltern.ch
 
Stammtisch vom 7. April (18:30h): Wie immer am ersten Donnerstag des Monats treffen wir uns im Restaurant Pery, Zentralstrasse 36, 8003 Zürich. Komm einfach vorbei, keine Anmeldung notwendig.

Tagesausflug vom 6. Mai: Eine Gruppe queerAlternder reist nach Ascona auf den Monte Verità, wo uns Kunsthistoriker David Streiff, ehemaliger Direktor des Bundesamtes für Kultur, eine Führung im Pavillon «Klarwelt der Seligen» gibt. Teilnahme beschränkt, du kannst dich noch anmelden bis 20. April. Mehr 
 
queerSalon vom 14. Mai (16:00h): Der Gast steht zurzeit noch nicht fest. Einfach mal das Datum reservieren.
Zur queerAltern-Agenda
QUEERALTERN BASEL
queerAltern Basel geht an die Öffentlichkeit
Gegründet wurde der Verein queerAltern Basel Ende 2021, mit tatkräftiger Unterstützung von queerAltern Zürich. Unser Kassier Willi Leutenengger wird dieses Amt auch in Basel übernehmen. Ebenfalls im Vorstand ist queerAltern-Zürich-Mitglied Udo Rauchfleisch. Basel geht nun im Mai mit einer Podiumsgesprächs-Trilogie in der Kaserne an die Öffentlichkeit, die über die Bedürfnisse queerer, alternder Menschen sensibilisiert werden soll. Zugleich wird damit auch um Vereinsmitglieder geworben. Start ist am 3. Mai, die weiteren Podien am 10. und 24. Mai. Willkommen sind auch queerAlternde aus Zürich. Wir wünschen den Basler:innen einen guten Start und viele Mitglieder.
Podium 1: Sind (queere) Caring Communities im Alter eine Utopie?
Podium 2: Wie gestalten queere Menschen ihr Alter?
Podium 3: Wie sieht Vielfalt in der Pflege aus?
UKRAINE
Die Ukraine ist bei Queeramnesty seit Jahren ein Thema: Beiträge.
Hilfe für queere Menschen in der Ukraine
Für queere Menschen war die Ukraine schon vor dem Krieg kein sicherer Ort. Queeramnesty berichtete etwa im letzten Dezember, dass die LGBTIQ-Organisation Sphere in Kiew bereits 30 Male angegriffen wurde; ermittelt worden sei nur in drei Fällen. Am 2. März, sieben Tage nach Kriegsbeginn, berichteten mehrere Medien über einen erneuten Angriff. Die Sphere-Aktivist:innen seien brutal misshandelt und ausgeraubt worden, laut diesen mutmasslich von Ukrainern. Schlimm trifft es auch trans Menschen, insbesondere trans Frauen: Der Staat lässt sie nicht ausreisen, wenn ihre Dead Names (Erstnamen) noch im Pass stehen; sie gelten deshalb als wehrpflichtig.
Spenden an Queeramnesty für Sphere in Kiew
Spenden an LGBTQ Emergency Fund for Ukraine
«Entartet und gegen die menschliche Natur»
Er ist bekannt als starker Meinungsmacher: Denis Yüzel. Der deutsch-türkische Publizist und Pen-Präsident seziert in «Der Welt» die Rede von Vladimir Putin, in der dieser den Einmarsch in die Ukraine begründete. Mit einem Vokabular, so Yüzel, mit dem «der russische Autokrat seit Jahren gegen schwul-lesbische und queere Lebensstile und gegen die LGBT-Bewegung hetzt»: der Kriegsgrund, einmal aus einem andern Blickwinkel betrachtet. Yüzel steht zurzeit als Pen-Präsident am Pranger, weil er die Schliessung des Luftraums über der Ukraine befürwortet.
Die Welt: Kriegsgrund Schwulenhass
Männer*: Patriarch Kyrill I. unterstützt These von Denis Yücel
Hat sich vor Jahren als trans geoutet: die ukrainische Sängerin Zi Faámelu (Der Tagesspiegel).
LGBTIQ in der Ukraine: Auswahl an Beiträgen
Wer sich über die Situation von queeren Menschen in der Ukraine vertieft auseinandersetzen möchte, findet hier mehrere Beiträge. Zum Teil übernommen vom Mediendienst von Pink Cross – mit bestem Dank.
Queeramnesty: In Gefahr, weil sie sich für Frauen und LGBTI einsetzen
Queer.de: Freiheit wird nicht am Tamponbehälter im Männerklo verteidigt!
Mannschaft: Angriff auf LGBTIQ-Zentrum in Kiew
Mannschaft: Queers auch auf Flucht gefährdet
Queer.de: LGBTI-Aktivistin im Ukraine-Krieg getötet
Der Tagesspiegel: Zi Faámelu ist trans und darf Ukraine nicht verlassen
Frankfurter Rundschau: Trans Frauen in der Ukraine
Die Zeit: Kein Mann und trotzdem zum Bleiben gezwungen
Siegessäule: Russische LGBTIQ*-Aktivistin – Die Leute protestieren weiter
SZENE
Blutige Podcasts: Illustration von Thomas Ott in «Republik».
Podiumsgespräch: Mord im Männermileu
Ende der 1950er Jahre und Anfang der 1960er Jahre erschütterten mehrere Morde an Schwulen die Schweiz. In der Folge wurde jeder Schwule als potentieller Mörder verdächtigt, das Schwulenregister angelegt und erst Ende der 1970er Jahre abgeschafft – auf Druck der queeren Organisationen. Jede Folge der sechsteilige Podcast-Serie der «Republik» widmet sich einem Mordfall. In der ersten Folge kommt der Mord am Komponisten Robert Oboussier zur Sprache (siehe auch unter KONZERTE). Und am 28. März (20:00h) diskutieren die Podcast-Macher Alexander Wenger und Michael Rüegg in einem Podiumsgespräch in der Kulturbar Gleis mit Zeitzeuge Ernst Ostertag, Mitglied von queerAltern, und «Republik»-Gerichtsreporterin Brigitte Hürlimann.
Mehr Informationen
Kultur im Wonnemonat
Wegen der unsicheren Coronalage hat der Verein Warmer Mai dieses Jahr selbst keine Veranstaltungen organisiert. Wer jedoch im Mai eine Veranstaltung anbietet, kann diese über die Agenda des Warmen Mai publizieren.
Agenda Warmer Mai
Gipfeltreffen von queeren Christ:innen in Zürich
Die Jahrestagung des European Forum of LGBT Christians (EF) findet dieses Jahr vom 25. bis 29. Mai in der Paulus-Akademie in Zürich statt. Unter dem Motto «See, I will gather you …» treffen sich queere Christ:innen aus ganz Europa für Workshops und Gottesdienste. Das EF ist laut eigenen Angaben eine ökumenische, europaweite Dachorganisation, welche sich für die Rechte von queeren Menschen innerhalb der Kirchen wie auch auf politischer Ebene u.a. beim Europarat einsetzt. Die Konferenz findet auf Englisch statt, ohne Übersetzung. Eine Anmeldung ist auch für Teile der Konferenz möglich.
Anmeldung für die Tagung
Gründung Aromantisches und Asexuelles Spektrum
Am 3. April 2022 wird in Zürich der Verein «Aromantisches und Asexuelles Spektrum Schweiz» gegründet. Die Gründungsversammlung findet ab 16 Uhr im Regenbogenhaus statt. Das Aro-Ace-Spektrum trifft sich jeden Monat an einem andern Ort in der Schweiz.
Mehr Informationen
Der Tagesspiegel: Was ist Asexualität?
MUSIK
Vergessener Schweizer Komponist: Robert Oboussier.
Konzert mit Werken von Robert Oboussier
Das kommt einer Sensation gleich: Erstmals seit seiner Ermordung 1957 kommen Kompositionen von Robert Oboussier (1900–1957) zur Aufführung, und zwar am festlichen Auftakt des Zupfmusikfestival am 2. April in Pfarreizentrum Johanneum, Aemtlerstrasse 43, 8003 Zürich. Der Schweizer Komponist wirkte lange Jahre in Zürich, unter anderem als Musikkritiker und als Mitgründer und Vorstandsmitglied der Suisa. Dass er homosexuell war, wusste bis zu seinem Tod kaum jemand. Danach schwieg man ihn sozusagen zu Tode; vom Werk eines Schwulen wollte man lieber die Finger lassen.

Oboussier Mord wird in der ersten Folge der Podcast-Serie «Mord im Männermilieu» thematisiert (siehe Beitrag in SZENE).
Das Oboussier-Projekt
Festlicher Auftakt Zupfmusik-Festival
Podcast-Serie «Mord im Männermilieu»
Schwulengeschichte.ch über Robert Oboussier
SRF: Straightwashing in der Musikwissenschaft
«Wir reden nur»: Video von und mit Brino.
Brino veröffentlich erste Single
Die queere Zürcher Schauspielerin und Theaterschaffende Sabrina Fischer hat kürzlich als Sängerin ihre erste Single veröffentlicht – unter dem Künstlernamen Brino. Im Song «Nur Reden» erzählt sie von einer Liebe zwischen zwei Frauen; das Video dazu ist jetzt auf YouTube zu sehen. Drei weitere Songs will Brino noch dieses Jahr aufnehmen. Das Projekt hat sie über Crowdfunding finanziert.
Brino anhören
Brino ansehen
Thomas Lauderdale (vorne) und seine Truppe: Pink Martini.
So ein Rhythmus, dass jeder mit muss
Ein Ohrenschmaus und Stimmungsaufheller der seltenen Art: ein Konzert mit der Band Pink Martini aus Portland/Oregon. Zweimal musste ihr Zürcher Konzert im «Kaufleuten» in den letzten zwei Jahren verschoben werden. Nun geben sie am 3. April um 17 Uhr ein Zusatzkonzert; das zweite Konzert um 20 Uhr ist fast ausverkauft. Die Band mit mehreren Sänger:innen covert Hits aus aller Welt und beherrscht zahlreiche Musikstile – alles auf höchstem Niveau. Gegründet wurde Pink Martini 1994 vom schwulen Pianisten Thomas Lauderdale für eine Protestaktion gegen die Einführung eines Homosexuellenverbots in Oregon. Die Band blieb bis heute zusammen, tourte rund um die Welt, nahm mehrere Alben auf und hatte 1997 mit dem Chanson «Sympathique» («Je ne veux pas travailler …») einen Riesenhit in Frankreich.
Mehr Informationen
Der Soundtrack zum Heiraten: Rosa Chor.
Rosa Chor traut sich
Ab 1. Juli 2022 dürfen gleichgeschlechtliche Paare in der Schweiz heiraten. Im Vorfeld dieses historischen Datums versetzt uns der LGBTIQ-Chor Rosa mit vier Konzerten schon mal in Heiratsstimmung. Laut dem Programm «Rosa traut sich!» geht es dabei ums Binden, sich Trauen, aber auch ums Trennen und Scheiden. Am 20. und 21. Mai im ComedyHaus, am 11. und 12. Juni in der Johanneskirche (beide in Zürich).
Mehr Informationen
PINK APPLE
Sinnlicher Strom von Bilder: Szene aus «The Garden».
Derek Jarman im Garten
Der bildgewaltige Film «The Garden» von Derek Jarman (1942–1994) kommt ohne Worte aus. Dabei testet er die Möglichkeiten des Kinos aus. Uto goes Pink zeigt diesen Experimentalfilm aus dem Jahr 1990 in Zusammenarbeit mit dem Zürcher Filmpodium im Rahmen der Filmreihe zu Tilda Swinton. Arthouse Uto am 13. April um 20:30 Uhr.
Mehr auf Pink Apple
Ein bisschen Rock n' Roll muss sein: mehr darüber ab 7. April.
Queeres Pink Apple mit 25. Ausgabe
Nach zwei Jahren Improvisation findet dieses Jahr wieder ein reguläres Pink-Apple-Filmfestival statt. Und da die 25. Ausgabe besonders gefeiert werden muss, will das queere Festival mit vielen Programmhöhepunkten überraschen. Die Details werden am 7. April auf der Pink-Apple-Webseite veröffentlicht. Der Vorverkauf startet am 14. April. Das Festival dauert in Zürich vom 26. April bis 5. Mai und in Frauenfeld vom 6. bis 8. Mai. queerAltern übernimmt die Patenschaft für drei besonders empfehlenswerte Veranstaltungen (mehr nach Programmveröffentlichung und im nächsten Newsletter).
Programm ab 7.4.2022 online
STREAMING
Familienleben: Leone (Francesco Gheghi) mit seinen Vätern Simone (Francesco Scianna) und Paolo (Filippo Timi): «Il filo invisibile».
Männer am Rande des Nervenzusammenbruchs
Der römische Teenager Leone, Sohn zweier Väter, dreht für seine Schule ein Video über seine Familie. Doch dann gerät zu Hause alles aus den Fugen, und es kommt zu herr-lich hysterischen Szenen. Auch seine erste Versuche in Liebesdingen gestalten sich kompliziert. Und zuletzt ist alles noch einmal anders als gedacht. Die charmante Dramödie «Il filo invisibile» (Der unsichtbare Faden) überzeugt mit einem plausiblen Drehbuch, wunderbar aufspielenden Darsteller:innen und viel Italienità. Der Film von Marco Simon Puccioni ist neu auf Netflix zu sehen.
Rezension auf Filmrezensionen.de
Machte nicht nur Kunst, sondern Gegenwartskultur: Andy Warhol.
Bilderorgie mit Tiefgang
Über Pop-Art-Gott Andy Warhol (1928–1987) gibt es eine neue Dokumentation: «The Andy Warhol Diaries». Die sechsteilige Netflix-Serie ist schlichtweg grossartig, allein schon wegen der visuellen Umsetzung. Warhol liest sozusagen selbst aus seinen intimen Tagebüchern vor, die 1989 posthum veröffentlicht wurden: Der Klang seiner Stimme wurde mit «Deepfake»-Technik nachgebildet und klingt sehr natürlich. Zu Wort kommen zahlreiche Weggefährt:innen, die ihre Erlebnisse mit Warhol schildern und versuchen, seinen Mythos zu erklären. Der Kopf hinter der Serie ist TV-Produzent Ryan Murphy, der ein Qualitätsgarant für queere Themen ist.
Beitrag auf Wikipedia
Rezension in Sonntags-Zeitung (nur mit Abo)
Rezension in The Esquire
Rezension in The Gardian
Rezension in Art News
BÜCHER/PUBLIKATIONEN
Die sexuelle Revolution der Laurie Penny
Sie beschreibt sich als Journalistin, Autorin, Bloggerin, Feministin, Sozialistin, Utopistin, Querulantin und Unruhestifterin: die Britin Laurie Penny. Vor kurzem ist in der Edition Nautilus ihr jüngstes Buch «Sexuelle Revolution» auf Deutsch erschienen. Aus dem Klappentext: «Eine sexuelle Revolution hat begonnen, und diesmal wird sie nicht aufzuhalten sein. Diese Revolution beginnt überall da, wo Frauen, queere, nonbinäre und trans Personen, vor allem jene, die nicht der weißen Mehrheitsgesellschaft angehören, aufstehen und nicht länger bereit sind, ihren Körper als jemandes anderen Besitz zu begreifen.» Die Rezensorin des Deutschlandfunks attestiert der Autorin gut recherchierte Fakten und eine kraftvolle Sprache.
Rezension Perlentaucher
Rezension Deutschlandfunk
«Veritable home of faggotry»: «Butt».
Zurück in der «Heimat der Schwuchteligkeit»
Das schwule englischsprachige Magazin «Butt» aus den Niederlanden war anders als alle andern schwulen Magazine. Unverblümt, frech, mit zahlreichen schonungslos offenen Interviews – und Artikel von Leser:innen, genannt Buttheads, gedruckt auf rosa Papier. Die schwarzrosa Fotos und Fotoreportagen nahmen die Bodyshaming-Debatte und den Bodypositivity-Trend vorweg. 29 Ausgaben sind bis 2011 erschienen. 2014 brachte der Taschen-Verlag eine Art Best-of-Ausgabe heraus («Butt forever»). Nun erscheint Ende März nach einem über zehnjährigen Unterbruch die 30. Ausgabe, unterstützt von der italienischen Modemarke Bottega Veneta.
Artikel in «Mannschaft»
Mehr zum Inhalt
Hoffen auf einen Ehemann
Die südkoreanische Schriftstellerin Kim Hye-Jin wird zurzeit als grosse Entdeckung gefeiert. In ihrem Roman «Die Tochter» ist die Ich-Erzählerin eine über 60-jährige Mutter, die schockiert ist, als ihre Tochter ihr anvertraute, dass sie seit längerem mit einer Frau zusammenlebe. Als der Tochter das Geld ausgeht, zieht sie mit ihrer Geliebten ins Haus der Mutter ein. Diese begegnet der lesbischen Beziehung vorerst nur mit Ekel und meint, ihre Tochter hätte noch Zeit, sich auf den «richtigen Weg» zu begeben. Da kommt uns doch Südkorea gar nicht exotisch vor.
Rezension «Frankfurter Rundschau»
Rezension «NDR Kultur»
Queers im Märchenland
Das hätte man aus dem queernegativen Ungarn nicht erwartet: ein Kinderbuch mit queeren Protagonist:innen. Es heisst «Märchenland für alle» und ergänzt ein traditionelles Märchen mit einem schwulen Prinzen oder einem trans Baby. Es erschien in Ungarn 2020 und löste grosse Kontroversen aus. Ministerpräsident Viktor Orban inspirierte sich am Buch für eine Kampagne gegen Homosexuelle und andere nicht-heterosexuelle Menschen. Auf Deutsch herausgebracht wird das Buch vom Hamburger Verlag Gruner + Jahr als «Stern»-Buch. Ein Euro pro verkauftem Exemplar wird der Stiftung Stern gespendet, die sich in Ungarn für mehr Vielfalt einsetzt.
Bericht in Nau.ch
Carolin Emcke im Zweifel
Die Friedenspreisträgerin Carolin Emcke war Kriegsreporterin, hat mehrere bedeutende Bücher zu aktuellen Themen geschrieben und ist engagierte Aktivistin für queere Anliegen. Die brillante und eigenständige Denkerin ist auch gern gesehener Gast in TV-Debatten. In ihrem jüngsten Buch «Für den Zweifel» unterhält sie sich mit dem Schweizer Literaturwissenschaftler Thomas Strässle über vielfältige Themen und nimmt dabei auch vielfältige Perspektiven ein (Kampa-Verlag).
Mehr Informationen
Zog sich aus dem Verkehr: David Bennett.
Jesus ist die Liebe
Der australische Schwulenaktivist David Bennett hat jahrelang für die Rechte von LGBTIQ-Menschen gekämpft – und auch gegen die Bigotterie von Religionen. Dann macht er eine Jesuserfahrung. Seither richtet er sich nach dem Evangelium und lebt sexuell enthaltsam. Im Buch «Liebe. Total» (Fontis-Verlag) beschreibt er seine Wandlung.
Rezension in «Idea»
Interview mit dem Herausgeber
STUDIEN
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Teilnehmer:innen gesucht: Umfrage über HIV/STI-Schutzverhalten
Die Fachhochschule Nordwestschweiz, Hochschule für Soziale Arbeit, führt zurzeit im Auftrag des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) eine quantitative Studie über das HIV/STI-Schutzverhalten durch. Laut der Hochschule liegt «der Fokus auf den Zielgruppen Männer, die Sex mit Männern haben, trans Menschen, Sexarbeitende, Migrant:innen aus HIV-Hochprävalenzländern und Menschen, die Drogen konsumieren. Es können aber grundsätzlich alle teilnehmen, die mindestens 16 Jahre alt sind, zurzeit in der Schweiz leben und in den letzten 12 Monaten Sex mit Gelegenheitspartner*innen oder Kund*innen hatten.»
Zur Umfrage
Interviewpartner:innen gesucht: Masterarbeit über trans Personen
Nina Schuler, Medizinstudentin an der Uni Fribourg, sucht Proband:innen für ihre Masterarbeit zum Thema «Probleme in der gynäkologischen Versorgung von geschlechtsdysphorischen und geschlechtsinkongruenten Personen in der Schweiz». Um herauszufinden, wie diesbezüglich der Stand der Dinge ist, sucht sie Interviewpartner:innen, die sie während rund 40 Minuten über ihre Erfahrungen in der Gynäkologie befragen möchte: «transgender Personen, nonbinären Personen, genderfluide Personen sowie Personen mit einer Genderdysphorie».
Mail an Nina Schuler
Interviewpartner:innen gesucht: Forschung über Gewaltprävention
Die ZHAW, Ressort Forschung und Entwicklung, sucht Interviewpartner:innen für das Forschungsprojekt «Gewaltprävention bei besonders vulnerablen Betroffenengruppen». Im Projekt geht es gemäss ZHAW darum, das Wissen zu erweitern zur Gewaltbetroffenheit im Lebensverlauf und den komplexen Wechselwirkungen von Risiko- und Schutzfaktoren. Ziel sei es, das Wissen zu erweitern zu Mehrfachbelastungen und Mehrfachdiskriminierungen Betroffener: «Im Vordergrund stehen die Erfahrungen von Menschen, die Gewalt im sozialen Nahraum in ihrer Kindheit, als Erwachsene oder im Lebensverlauf gemacht haben. Insbesondere Menschen im Alter, Menschen mit Behinderungen/Beeinträchtigungen und Menschen, die sich als LGBT(QIA+) identifizieren.»
Mehr Informationen
DIES & DAS
Zu sehen in Genf: die Welt von Anne Morgenstern.
Unfügsam und zart
Wer die Bildnachweise in den Schweizer Medien liest, kennt die Auftragsfotos von Anne Morgenstern. Die in Leipzig geborene Zürcher Fotografin zeigt nun erstmals ihre andere Seite in der Ausstellung «Indocile and tender» im Centre de la photographie in Genf. In ihrem künstlerischen Werk beschäftigt sie sich mit der Beziehung zwischen Körper und Identität sowie mit dem Durchbrechen von Normen und von sozialen Erwartungen an den Körper. Kürzlich ist bei Hartmann Books auch ihr erstes Buch erschienen: «Macht Liebe». Vor zwei Jahren steuerte Anne Morgenstern die Fotos fürs Queer-Sex-Buch «Whatever the Fuck You Want» bei.
Zur Ausstellung
Zum Buch
Katholische Bischöfe gegen Diskriminierung
Unter dem Motto #OutInChurch haben sich im Januar 125 queere Beschäftigte in katholischen Institutionen geoutet. Diese Aktion hat viel in Bewegung gesetzt. Nun wollen deutsche Bischöfe die Diskriminierung von queeren Mitarbeitenden beenden und drängen die Bischofskonferenz auf eine Entscheidung. Und gemäss der «Sonntags-Zeitung» möchten nun auch queere Schweizer:innen, die im Solde der Katholischen Kirche stehen, von dem deutschen Aufbegehren profitieren. Offiziell reagiert hat die Katholische Kirche der Schweiz allerdings noch nicht. Und von der Reformierten Kirche, die nur teilweise queerfreundlich ist, ist auch nichts zu vernehmen.
Mehr in der Sonntags-Zeitung
Mehr in Der Spiegel
HIV-Spezialist: Knud Schewe, Infektionsmedizinisches Centrum Hamburg.
Gut behandelbar, aber …
Wer sich als schwuler Mann für Gesundheitsthemen interessiert, findet auf dem deutschen Portal Schwulissimo zahlreiche für Gays relevante Beiträge – so auch über Langzeit-HIV und Alter, was sonst in den Medien kaum je thematisiert wird. In einem ausführlichen Interview erläutert der Hamburger Arzt Knud Schewe, welche Gesundheitsrisiken bestehen, wie stark die Stigmatisierung von HIV immer noch ist und welche Entwicklung die Behandlung von HIV durchgemacht hat.
Interview mit Knud Schewe
MEDIENPICK
Queeres aus aller Welt
Watson: Die Bravo sagte, Schwulsein sei eine Phase
Limmattaler-Zeitung: Einzigartiges Buch über lesbische Liebe
Südostschweiz: Khur Pride – Die Party ist ein sozialpolitischer Akt
HAZ-Magazin: Heterolike only oder wie es zur Homonormativität kam
Portal kath. Kirche: Geschlechtsumwandlung klingt nach Zauberprozess
Amnesty-Magazin: Das Internet ist nicht regenbogenfarben genug
Süddeutsche Zeitung: Queer Eye – Team Regenbogen
Queer.de: Toxischer Stolz – Warum Peter Thiel so gefährlich ist
Männer*: Wutbürgerschmierblatt alter weißer Männer mit Vagina
Männer*: Wenn Feminismus die hässliche Schwester von Rassismus wird
SCHLUSSWORT
«Darum wendet sich die Homophobie auch viel aggressiver gegen die schwule Liebe; in vielen Staaten richten strafrechtliche Verbote gleichgeschlechtlicher sexueller Beziehungen nur gegen schwulen Sex, während lesbische Liebe in dieser phallusfixierten Welt nicht als ‹richtiger› Sex gilt (und heimliches Objekt pornographischer Phantasien herhält).»
Deniz Yücel im Artikel «Kriegsgrund Schwulenhass», Die Welt vom 1. März 2022
Verein queerAltern
c/o Caroline Bisang
Wasserschöpfi 15
8055 Zürich
info@queeraltern.ch
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