Wenn Sie diese Information nicht lesen können, klicken Sie bitte hier.
Logo
Newsletter April 2021
2D988EAF-07EE-0647-C41894C3A2A46735.png
La vie en rose: Freuen wir uns auf rosigere Zeiten!
Liebe queerAlternde
Nicht alle wollen eine Ehe eingehen, doch alle sollten die Möglichkeit haben, eine Ehe schliessen zu können. Es geht hier um gleiche Rechte, und gleiche Rechte sind Menschenrechte. Ein Skandal, dass es so lange gedauert hat, bis die Ehe für alle vom Parlament gutgeheissen wurde. Absurd, dass nun das Schweizer Volk über ein Menschenrecht abstimmen muss, das eigentlich beim europäischen Gerichtshof eingeklagt werden müsste. 
 
Worauf wir uns immerhin freuen können: Die Initianten des Referendums der Ehe für alle und Bewahrer einer «göttlichen Ordnung» haben eine wunderbare Plattform geschaffen, damit sich unsere Community sichtbar machen kann und in den nächsten Monaten im Gespräch bleiben wird. Vielleicht werden sich dann ein paar Heterosexuelle wieder ein wenig diskriminiert fühlen und monieren, die LGBTIQ-Community trachte danach, die heterosexuelle Menschheit umpolen zu wollen – zu verschwulen, zu verlesben, zu vertransen oder was auch immer. Ebenso absurd. Doch es bleibt spannend.
 
Über die Ehe für alle diskutiert queerAltern-Präsidentin am 17. Mai an einer Kosmopolitics-Veranstaltung im Kulturhaus Kosmos (Details weiter unten).

Mit lieben Grüssen
Der queerAltern-Vorstand
Barbara Bosshard, Caroline Bisang, Gioia Hofmann, Willi Leutenegger, Christian Wapp und zum ersten Mal Patrik Attenhofer

IN EIGENER SACHE
BAF07488-C2CA-36AB-84139E29362B940E.png
Bei schönem Wetter wieder auf der Terrasse vom «Pery»: Stammtisch-Treffen
Nächster Stammtisch: 6. Mai
Nachdem die Restaurantterrassen wieder offen haben, freuen wir uns, dass unsere Stammtisch-Treffen wieder möglich sind. Wie üblich jeweils am ersten Donnerstag des Monats um 18:30 Uhr im Restaurant Pery in Zürich-Wiedikon. Sollte das Wetter nicht mitmachen, laden wir euch zu einem Online-Stammtisch zu einem bestimmten Thema ein. Wir werden rechtzeitig informieren.
Kleinod im St. Galler Rheintal: Werdenberg.
queerAltern-Ausflug ins «schöani Werdaberg»
Wieder mal einen Gruppenausflug machen: Das ist jetzt wieder möglich – mit einer beschränkten Teilnehmer*innen-Zahl. Am Samstag, 15. Mai organisiert queerAltern-Mitglied Theo Keller deshalb eine Maifahrt ins kleinste Städtchen der Schweiz: Werdenberg im St. Galler Rheintal. Dort führt uns jemand vom Einwohnerverein durch das Städtchen (Die Kosten übernimmt queerAltern). Anschliessend picknicken wir beim See oder auf der Terrasse des Restaurants Galerie am See. Weitere Details erfährst du, nachdem du dich angemeldet hast. Eigene Kosten: Ticket für SBB und Bus; Verpflegung.
Anmeldung
Foto: Sandra Meier / gestaltungskiosk.ch
Podiumsgespräch: «Ehe für alle –Tauwetter in Politik und Religion»
Die Ehe für alle kommt voraussichtlich vors Volk. Am 17. Mai diskutiert queerAltern-Präsidentin Barbara Bosshard  im Kulturhaus Kosmos über «Ehe für alle –Tauwetter in Politik und Religion». Im Rahmen der Kosmopolitics-Reihe. Vor der Veranstaltung zeigt Pink Apple den Dokumentarfilm «Tuttinsieme» über ein Männerpaar, das gemeinsam Zwillinge aufgezogen hat. queerAltern führt bereits zum dritten Mal ein Kosmopolitics-Gespräch durch. Mehr zum Thema hier und hier. Wer dem Komitee «Ja zur Ehe für alle» spenden möchte, kann das hier tun.

Das Podium findet im Kosmos-Club vor nur 30 Personen statt. Eine Anmeldung ist deshalb zwingend.
Mehr Informationen, Anmeldung und Gästeliste
2F352734-B9D7-4E08-353C1640717C5E4A.png
«Hochzeit» auf Italienisch: Regisseur Marco Simon Puccioni (vorne r.) mit Mann und Zwillingen.
Einstimmung zum Podium «Ehe für alle»: «Tuttinsieme»
In einem Dialog zwischen zwei schwulen Vätern porträtiert der intime Dokumentarfilm «Tuttinsieme» (I 2020) das Wachstum ihrer Zwillinge über die vergangenen Jahre. Das Männerpaar erinnert sich, wie ihre Kinder damit zurechtkamen, in einer Familie mit zwei Vätern zu leben, beantworten die Fragen ihrer Gefährten nach der Mutter und zeigen ihnen ihre Leihmutter in den USA. Regisseur Marco Simon Puccioni stellt hier seine eigene homoparentale Familie vor, die im heutzutage kontroversen Italien lebt, gespalten zwischen neuen Rechten und neuer Akzeptanz und konservativen Mentalitäten.

Zu sehen bei Pink Apple am 9. Mai und im Kino Kosmos am 17. Mai um ca. 18 Uhr vor dem Kosmopolitics-Podium «Ehe für alle – Tauwetter in Politik und Kirche». Der Ticketverkauf für die Vorstellung im Kino Kosmos ist zurzeit noch nicht aufgeschaltet.
2F4A7850-A870-D6A0-DEC865C99367884A.jpg
Bringt sein Know-how und seine Talente nun auch im Vorstand von queerAltern ein: Patrik Attenhofer.
Neu im Vorstand: Patrik Attenhofer
Wir freuen uns, dass wir Patrik Attenhofer als neues Vorstandsmitglied kooptieren konnten. Patrik entwickelt derzeit zusammen mit queerAltern-Mitglied Christiane Voth ein neues Angebot für queerAltern-Mitglieder. Die beiden werden es am 15. Juni vorstellen. Zudem hat er ein Konzept für die Teilnahme von queerAltern an der Zurich Pride 2021 entwickelt, die jetzt auf nächstes Jahr verschoben werden muss. Inzwischen hat Patrik zusammen mit Bruno Hofer über Alternativen nachgedacht. Sobald das Programm steht, werden wir es bekanntgeben. Patrik ist 55 Jahre alt, Grafiker, Web-Designer und Apple-Supporter. Zudem studierte er an der London International Filmschool Filmproduktion.
2FB07A28-CC21-F17E-C01425FE9566327A.png
Glanz vergangener Jahre: Originalkostüme von René Hubert für Vivien Leigh und Lawrence Olivier im Film «That Hamilton Woman» (USA 1941).
Führung: «René Hubert – Kleider machen Stars»
Am 20. Mai um 18 Uhr bietet queerAltern eine Führung durch die Ausstellung «René Hubert – Kleider machen Stars» an – in Kooperation mit Pink Apple. Durch die Ausstellung führt queerAltern-Vizepräsident Christian Wapp, der dafür gesorgt hat, dass Huberts Erbe nicht vergessen ging. Die Teilnehmer*innenzahl ist auf 10 Personen beschränkt. Bei mehr Anmeldungen wird die Führung wiederholt.
Mehr Informationen und Anmeldung
Kelleranteil von queerAltern im Regenbogenhaus
queerAltern hat mit dem Regenbogenhaus eine Nutzungsvereinbarung unterschrieben. Diese beinhaltet die Durchführung von mindestens einer Veranstaltung im Regenbogenhaus sowie die Nutzung eines Teils eines Kellers. Bislang waren alle Utensilien wie Möbel für den Pride-Stand, Banner oder Flyer in verschiedenen Kellern gelagert. Nun können wir alles an einem zentralen Ort lagern, wo wir jederzeit Zugang haben.
24. PINK APPLE
Eytan Fox ist diesjähriger Gewinner des Pink Apple Award und zeigt seinen neuen Film «Sublet» (Israel 2020).
Drei Tage für den queeren Film
Das 24. Schwullesbische+ Filmfestival Pink Apple geht verkürzt am Wochenende vom 7. bis 9. Mai über die Leinwände – parallel in Zürich und Frauenfeld. Auf dem Programm stehen 16 Langfilme und 3 Kurzfilmprogramme sowie mehrere Podiumsgespräche und zwei Public Viewings. Die Filme laufen in den Arthouse-Kinos in Zürich und im Cinema Luna in Frauenfeld zeitlich versetzt, sodass man einen in Zürich verpassten Film am nächsten Tag noch in Frauenfeld ansehen kann. Jeder Film ist mindestens zweimal zu sehen, da die Kinos nur mit maximal 50 Personen besetzt werden können. Kleine Säle können nur zu einem Drittel gefüllt werden. Pink Apple plant, in den folgenden Monaten im Rahmen von «Uto goes Pink» weitere Festivalfilme zu präsentieren. Eröffnet wird das Programm mit dem deutschen Spielfilm «Kokon», der am letztjährigen Festival wegen des Shutdowns im Dezember nicht mehr vorgeführt werden konnte.
Das Programm
Pflegen freundnachbarliche Beziehung: Claudina (r.) und Elsa.
queerAltern ist Presenting Partner von «La nave del olvido»
Der chilenische Film von Nicol Rudiz Benavides erzählt die Geschichte der 70-jährigen verwitweten Claudina, die aus wirtschaftlichen Gründen vom Land in die Stadt zu ihrer Tochter und deren Sohn ziehen muss. Dort freundet sie sich mit der 65-jährigen, mit einem Mann verheirateten Elsa an. Die beiden verlieben sich, was mitten in der tristen Umgebung für Claudina einen Glücksschub auslöst. Doch dann wird sie deswegen selbst von ihrer Tochter angegriffen, muss sich gegen Homohasser wehren und sich von der engstirnigen Umwelt befreien. Ein langsames, atmosphärisch dichtes Werk, in dem man ganz nah bei der Hauptdarstellerin bleibt.

queerAltern offeriert 2x2 Gratis-Eintritte für die Vorstellung von Samstag, 8. Mai, um 12:45 Uhr. Interessierte melden sich per Mail mit Angabe von Name, Adresse, Handynummer bei: christian.wapp@queeraltern.ch
Mehr über den Film
30353B36-9DC6-F610-523F347C803C0DBE.png
Bestverdienenster Star der 1940er-Jahre: Betty Grable (M.) in «Diamond Horseshue» – im Film in Technicolor.
Pink-Apple-Themen im Fokus
Auf dem Programm stehen vier Podiumsgespräche zu den Themen «Schwuler Spitzensportler? Na und?» (28.4.), «Sterben war gestern: 40 Jahre Aids/HIV» (7.5.), «Frauenstimmrecht» (8.5.) und «Trans / intergeschlechtliche Menschen im Sport» (9.5.). Darüber hinaus widmet sich Pink Apple mit Public Viewings in Zürich und Frauenfeld dem gebürtigen Frauenfelder Film-Kostümbildner René Hubert, der zurzeit im Museum für Gestaltung in Zürich mit einer Werkschau gewürdigt wird (noch bis 20.6). queerAltern-Vizepräsident Christian Wapp, der dafür gesort hat, dass Huberts Erbe nicht vergessen ging, wird die Filme präsentieren. Am AIDS/HIV-Podium nehmen queerAltern-Vorstandsmitglied Gioia Hofmann und queerAltern-Mitglied Werner Neth teil. Gioa hatte in den 1980er- und 1990er-Jahren Aids-Kranke betreut, Werner erzählt, wie es ist, als HIV-Langzeitpatient zu leben.
Alle Veranstaltungen
Schwanengesang auf eine Zeit vor Aids: «Goodbye Seventies» (USA 2020) – zu sehen bei Pink Apple.
40 Jahre Aids und HIV: das Podiumsgespräch
Wie oben erwähnt, erinnert Pink Apple mit dem Podiumsgespräch «40 Jahre Aids/HIV» an eine der dunkelsten Zeiten in der Geschichte der schwulen Szene: Autor Michi Rüegg spricht mit Zeitzeug*innen und schlägt mit weiteren Gästen einen Bogen zu Präventionsmöglichkeiten von heute. Wer wissen möchte, wie sich die Aids-Krise in den 1980er-Jahren in der Schweiz auswirkte, kann dies nachlesen auf dem Portal Schwulengeschichte. An keinem anderen Ort ist die Geschichte so gut aufbereitet und beschrieben – unter Berücksichtigung von sämtlichen Zusammenhängen und Aspekten, verfasst von queerAltern-Mitglied Ernst Ostertag.
Mehr Informationen und Teilnehmer*innen-Liste
SZENE
Der «Warme Mai» findet statt
Da nun kulturelle Veranstaltungen wieder möglich sind, findet auch der «Warme Mai» statt. Das Programm ist hochspannend und so vielfältig, dass es schwierig ist, einzelne Veranstaltungen herauszuheben. Schaut einfach rein und sichert euch die Tickets rechtzeitig, denn nur ein paar Happy Few können die Konzerte, Lesungen usw. geniessen.
Das Programm
310D6825-DB00-E98A-B162AE1FCD83AC74.png
Hoher Besuch aus Wien: Von Conchita bis Wurst
Am Sonntag, 7. Juli, gibt Thomas Neuwirth alias Conchita Wurst im «Kaufleuten» wieder einmal ein Zürcher Konzert. Sein letztes Konzert vor der Corona-Krise gab der ESC-Gewinner von 2014 vermutlich anlässlich der Gay-and-Lesbian-Mardi-Gras-Wochen am 27. Februar 2020 in Sydney vor einem frenetischen Publikum. Vor dem Zürcher Konzert nimmt Conchita Wurst um 11 Uhr am ZKB-Verzaubert-Talk zum Thema «Im Rampenlicht» teil. Moderator und Pink-Apple-Co-Leiter Andreas Bühlmann begrüsst dabei zudem die beiden Models Tamy Glauser und Dominique Rinderknecht sowie Lucas Fischer, Ex-Vize-Europameister im Kunstturnen.
Zurich-Pride-Magazin 2021
Du kannst dir auch dieses Jahr das «Zurich-Pride-Magazin» nach Hause liefern lassen. Wie bereits bekannt ist, kann das Pride-Festival 2021 im Zeughaushof nicht stattfinden. Und ob es möglich sein wird, am 19. Juni den Pride-Umzug durchzuführen, steht noch in den Sternen. Viele Veranstaltungen werden online durchgeführt.
Hier kannst du das «Zurich-Pride-Magazin» bestellen
Neuer Ort der Begegnung: das Regenbogenhaus von aussen.
Regenbogenhaus: «Ein Ort, wo man sich selbst sein kann»
Die HAZ (Homosexuelle Arbeitsgruppen Zürich) sind bereits ins Regenbogenhaus eingezogen. Mitten im pulsierenden Langstrassen-Quartier erhält die LGBTIQ+-Gemeinde im Zollhaus ab Mai ein neues Zentrum und wird dadurch sichtbarer denn je. Angrenzend befinden sich die Kulturbar Das Gleis sowie das Theater im Zollhaus, Heimat des Improvisationstheaters Anundpfirsich. Beide haben ihr Programm bereits aufgenommen. Über das Regenbogenhaus schrieb auch SRF einen Beitrag für seiner Online-Plattform – ergänzt durch einen Radiobeitrag über queere Kulturschaffende.
Das Regenbogenhaus bei SRF Kultur
Pink Cross gründet Wirtschaftsbeirat
Um sich bei Unternehmen sichtbarer zu machen, hat Pink Cross einen Wirtschaftsbeirat gegründet. Damit soll eine Verbindung zwischen Wirtschaft und der LGBTIQ-Community geschaffen werden, damit Einfluss genommen werden kann, dass queere Arbeitnehmer*innen einen positiven Alltag haben.
Mehr auf gay.ch
DIES & DAS
«Der Quotendiskurs der aktuellen Gleichstellung Politik greift zu kurz»: Johannes Sieber (FotoL Lucia Hunziker).
«Schwule Männer werden genauso unterdrückt wie Frauen»
Heterosexuelle Cis-Feministinnen würden homosexuelle Männer in denselben Topf werfen wie heterosexuelle Männer, dabei sässen Schwule im selben Boot wie die Frauen, sagt der Basler Kulturunternehmer Johannes Sieber im Interview auf der Internet-Platform Bajour. «Die gläserne Decke existiert auch für Schwule». Sieber engagiert sich bei GayBasel und sitzt in der Grünliberalen Fraktion des grossen Rats.
Johannes Sieber im Gespräch
Frauensession: queere Frauen erwünscht
Der Interessenverein Alliance F («Die Stimme der Frau in der Schweizer Politik») organisiert am 29. und 30. Oktober eine Frauensession in Bern und schreibt: «246 Frauen* aus allen Regionen der Schweiz werden während zwei Tagen ihre dringlichsten Anliegen diskutieren, Anträge aus eigens gebildeten Kommissionen behandeln und konkrete Forderungen an Parlament und Bundesrat erarbeiten. (…) Auch die Anliegen von queeren Frauen* sollen dabei nicht zu kurz kommen. Alliance F sucht daher noch Kandidatinnen* und Wählerinnen*, die sich politisch engagieren möchten.
Anmeldung Frauensession im Bundeshaus
Fordert maximale Inklusion von Verschiedenheiten: Markus Gabriel.
«Identitäre Verbortheit» der LGBTIQ+-Bewegung
Sollen schwule, lesbische oder trans Rollen in Filmen nur noch von schwulen, lesbischen oder trans Schauspieler*innen gespielt werden dürfen? Oder Werke von schwarzen Autor*innen nur noch von schwarzen Übersetzer*innen übersetzt werden dürfen? Und so weiter. Der deutsche Philosophieprofessor Markus Gabriel meint dazu im Gespräch mit Queeramnesty, dass «im Namen der Inklusion neue Ausgrenzungen und Diskriminierungen aufgrund von identitären Massstäben» entstünden. Ein «Plädoyer für einen anderen Aktivismus».
Der Philosophieprofessor Markus Gabriel im Gespräch
TV-NACHLESE
Der schwierige Weg, zwei Mütter zu werden: Protagonistinnen in der SRF-Dok.
Hass gegen LGBTIQ+
Das Schweizer Fernsehen SRF begleitete in einer eineinhalbstündigen Dokumentation mehrheitlich junge und jüngere queere Menschen in ihrem Alltag. Dabei erzählen sie, was sie alles an homofeindlichen Pöbeleien bis hin zu Übergriffen und Gewaltakten erleben müssen. Ein lesbisches Paar, Mamis von zwei Kindern, macht eindrücklich deutlich, weshalb es Ehe für alle braucht. Dass SRF diese denkwürdige Dokumentation am 8. April zur besten Sendezeit ausstrahlte, ist dem Sender hoch anzurechnen.
Zum Dokfilm
31B0F5F4-CC32-664F-877A61522CDC8360.png
Alon Less zeigt eine Foto seines Vaters Avner Werner Less vom Eichmann-Prozess.
Der Eichmann-Prozess vor 60 Jahren
Vor 60 Jahren fand in Jerusalem der Prozess gegen den Holocaust-Organisator Adolf Eichmann statt. Avner Werner Less, der Vater von queerAltern-Mitglied Alon Less, hat Eichmann als Leiter des Verhörs vor dem Prozess während 275 Stunden verhört. In Gedenken an diese Zeit berichtete «10 vor 10» darüber und interviewte auch Alon. Sein Vater kommt zu Wort in der äusserst sehenswerten Dokumentation des Bayerischen Rundfunks: «Die Katastrophe vor Gericht – Der Eichmann-Prozess vor 60 Jahren». Und wer es ganz ausführlich wissen will, kann sich die dreiteilige, über sechsstündige Dokumentation zu Gemüte führen: «Vor 60 Jahren: Eine Epoche vor Gericht» – Teil 1Teil 2Teil 3. Zudem gibt es auch ein eindrückliches Buch mit den Tagebuch-Notizen von Avner Werner Less: «Lüge! Alles Lüge! – Aufzeichnungen des Eichmann Verhörers. Rekonstruiert von Bettina Stangneth», das Alon veranlasst hat.
Schwere Traumatisierungen: Menschen erzählen über ihre Schicksale.
Und es gibt sie immer noch: Konversionstherapien
Trotz mehrerer Vorstösse zu Handen des Bundesrats sind Konversionstherapien in der Schweiz nach wie vor erlaubt und werden über die Krankenkassen abgerechnet. Ja die Schweiz wurde gar zum Zufluchtsort von deutschen Organisationen, die Konversionstherapien anbieten, weil sie in Deutschland zumindest für Minderjährige inzwischen verboten sind. Deshalb ist es begrüssenswert, dass SRF eine erschütternde Arte-Dokumentation über die verheerenden Folgen von Konversionstherapien nochmals zeigt – gut gewählt im Sendeplatz «Sternstunde Religion». Für diese Doku wurde auch queerAltern-Mitglied Udo Rauchfleisch befragt.
Zum Dokfilm
STREAMING/VoD
Die haben was erlebt: Erika und Tine im Film «Im Stillen laut».
Queeres Lieben in Deutschland
Immer wieder Salzgeber und jede Woche mit neuen Filmen: DER Video-on-Demand-Dienst für queere Filme. Zurzeit zu sehen sind etwa der Dokfilm «Im Stillen laut» über Erika und Tine, beide 81 Jahre alt und seit 40 Jahren ein Paar. Sie erzählen vom Leben, der Kunst und von selbst geschaffenen Freiräumen in der DDR – und von der Liebe und vom Altern. Auch zu sehen ist der Pink-Apple-Eröffnungsfilm vom letzten Jahr: «Futur Drei» über das Heranwachsen eines Einwanderersohnes in Deutschland und seine Liebe zu einem jungen Asylanten. Die Miete eines Films kostet rund 6 Franken.
Zum Salzgeber-Club
51D136EA-DD8D-8642-A20439911A2891C5.png
Ewan McGregor (mit Sonnenbrille) macht auf schwul: als Modedesigner Halston im legendären «Studio 54».
Neue schwule Serien
Gleich zwei neue Serien mit schwulen Themen starten im Mai. Zum einen die deutsche Miniserie «All You Need» ab 7. Mai in der ARD-Mediathek; sie ist ab 16. Mai auch auf dem Kanal One zu sehen. Zum anderen ab 14. Mai die Netflix-Miniserie «Halston» über den schwulen US-amerikanischen Modeschöpfer gleichen Namens, produziert von Ryan Murphy («The Boys in the Band», «Hollywood»). Siehe auch: «Die Serienwelt von Ryan Murphy».
BUCHZEICHEN
328F90F4-E4B7-E2D4-12235E426B96CE3B.png
Queerer Krimi aus Basel: Udo Rauchfleisch.
Wenn Hass niemals verjährt
Sein Kommissar heisst Jürgen Schneider, er lebt mit seinem Partner und ihrem Sohn zusammen in Basel. Unter dem Titel «Hass verjährt nie» hat Autor und queerAltern-Mitglied Udo Rauchfleisch kürzlich bereits seinen siebten Schneider-Krimi vorgelegt. In diesem Fall geht es um zwei heimlich schwule Mordopfer, die in evangelikalen, homo-feindlichen Familien aufgewachsen sind. Eine Spur führt nach Gran Canaria. Udo schreibt als emeritierter Professor für Klinische Psychologie an der Universität Basel und als Psychoanalytiker sonst wissenschaftliche Bücher vor allem mit queeren Themen.
Alle Bücher von Udo Rauchfleisch
323016B4-EC04-D831-1FC6E8C47FF8B60F.png
Talk im Café Brandstätter: Co-Autorinnen Ulrike Volkerts (r.) und Heike Vowinkel.
Eine Kommissarin räumt auf mit Tabuthemen
Ulrike Volkerts hat ihre Autobiografie geschrieben und erzählt unter anderem, wie anstrengend es gewesen sei, ungeoutetet ein Doppelleben zu führen. Die als Tatort-Kommissarin Lena Odenthal bekannt gewordene Schauspielerin erzählt davon in ihrem Buch «Ich muss raus» und spricht im Café Brandstätter mit ihrer Co-Autorin Heike Vowinkel.
Christian Handel: «Rowan & Ash»
Nicht unbedingt gelungen sei der queere Fantasy-Roman «Rowan & Ash» des deutschen Autors Christian Handel, findet «Die Mannschaft». Er sei jedoch als spannender Schmöker gut lesbar und unterhaltsam.
Rezension in «Die Mannschaft»
Mutige Verlegerin: Jil Erdmann (Foto: Ayse Yavas).
Neuer Verlag von Frauen für Frauen
Die Buchhändlerin Jil Erdmann hat den Verlag Sechsundzwanzig gegründet, um Bücher von Frauen für Frauen herauszubringen. Als erstes Buch bringt sie im September «Frauen erfahren Frauen» heraus – ein Sammelband, der in den 1980er-Jahren im einstmaligen Frauenverlag Edition R+F herauskam. Es enthält auch queere Themen. Erdmann möchte künftig auch Bücher von zeitgenössischen Autorinnen veröffentlichen.
mehr
Forscht über queere deutsche Geschichte: Historiker Benno Gammerl.
Anders fühlen – Schwules und lesbisches Leben in der Bundesrepublik
Die deutsche Homosexualitätengeschichte zwischen zwei Buchdeckeln auf über 400 Seiten, erzählt vom Historiker Benno Gammerl. Er geht Fragen nach wie zum Beispiel: «Wie fühlten frauenliebende Frauen und männerliebende Männer und wie haben sich diese Gefühle seit den 1950er-Jahren verändert?» Dabei lassen sich bestimmt viele Parallelen zur Situation in der Schweiz feststellen, obschon wir hier keinen Paragraphen 175 hatten, der Homosexualität unter Männern kriminalisierte.
Rezension in «Die Mannschaft»
MEDIENPICK
Lesenswertes in Kürze
«Schlimm, schlimmer, alt: Die Menschen werden immer älter und dynamischer. Trotzdem scheint das Altern gerade in Gay-Kreisen eine der schlimmsten Horrorvisionen zu sein.»

«Wenn ich ein Junge wär, das wäre gar nicht schwer …»: Interview mit David Garcia Nuñez, Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats von queerAltern, über Geschlechtsangleichungen (Seite 11).

«Ältere queere Menschen erzählen vom Leben in der Corona-Zeit»
 
«Sorgen und Sonnenschein: Ältere Lesben und Schwule in der Corona-Krise»
 
«Grüne kritisieren Tatenlosigkeit des Bundes: Altersarmut unter queeren Menschen deutlich höher»
 
«Die queere Bewegung in Deutschland – eine vielstimmige Geschichte»
 
«Intersexualität: Ohne Einwilligung operiert»

«Vom Homolulu nach Reinhausen»: Rainer Marbach über sein Lebenswerk Akademie Waldschlösschen
 
«Gay and Gray»: Klaus Schirdewahn über seine Verhaftung als «175-er»

«UK: Die traurige Realität vieler junger, queerer Obdachlosen»
SCHLUSSPUNKT
«Statt Forderungen aufzustellen, die wiederum andere ausschliessen, sollte man die maximale Inklusion von Verschiedenheiten anstreben»
Markus Gabriel, Lehrstuhl für Erkenntnistheorie, Philosophie der Neuzeit und Gegenwart an der Universität Bonn
Verein queerAltern
c/o Caroline Bisang
Wasserschöpfi 15
8055 Zürich
info@queeraltern.ch
Folgen Sie uns
facebook twitter linkedin
Ich möchte meine Daten ändern oder mich vom Newsletter austragen: hier klicken