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Newsletter Dezember 2021
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Ein Fest des intelligenten Humors: Michael Elsener spielte für queerAlternde im ComedyHaus – im Bild mit Barbara Bosshard (Foto: Sandra Meier, gestaltungskiosk.ch)
Liebe queerAlternde
Zum Jahresabschluss darf ich, als Präsidentin von queerAltern, die Eröffnung des Newsletters übernehmen. An dieser Stelle möchte ich mich bei allen bedanken, die uns so treu durchs Jahr begleiten und sich darüber freuen, dass sie Teil eines Vereins sind, der mit seinem monatlichen Newsletter euch bereichert. Inzwischen haben ihn über 800 Menschen abonniert. Unser Newsletter informiert über unsere Vereinsaktivitäten und über Ausgewähltes aus der queeren Welt. All dies wirkt verbindend.

Unser Newsletter ist ein leuchtendes Beispiel für eine offen, vielfältig, lebendig und inkludierend gelebte Gemeinschaft. Selbst wenn es nie alle schaffen, an der einen oder anderen Veranstaltung teilnehmen zu können, die queerAltern für seine Mitglieder, deren Freund:innen und für unsere Newsletter-Abonnent:innen organisiert, tut es doch gut, zu wissen, dass man Teil dieser Gemeinschaft ist. Dies wirkt stärkend. Hinter dem Newsletter von queerAltern steht Vize-Präsident Christian Wapp. Er trägt Monat für Monat Interessantes zusammen und verfasst mit Verve den Newsletter von queerAltern. Ihm, im Namen aller, unser grosses Dankeschön für dieses einzigartige Juwel.

Ich wünsche allen von Herzen einen guten Jahreswechsel und Start ins 2022 – bleibt zuversichtlich und erhaltet euch die Sonne im Herzen.

Barbara Bosshard, Präsidentin queerAltern  
 
Diesen Wünschen schliessen sich auch die andern queerAltern-Vorstandsmitglieder an: Patrik Attenhofer, Caroline Bisang, Gioia Hofmann, Willi Leutenegger und Christian Wapp

QUEERALTERN DEMNÄCHST
Hat viel zu erzählen: queerSalon am 29. Januar mit Udo Rauchfleisch.
Neues Jahr, neue Veranstaltungen
Über die meisten Veranstaltungen der nahen Zukunft haben wir bereits berichtet. Deshalb möchten wir einfach wieder einmal auf unsere Veranstaltungs-Agenda hinweisen. Highlights zum Beispiel sind unser Stammtisch, der das nächste Mal am 6. Januar stattfindet, oder unser Neujahrs-Dinner am 15. Januar, der nächste queerSalon mit Udo Rauchfleisch am 29. Januar oder der queerAltern-Ausflug auf den Monte Verità mit David Streiff am 6. Mai. Und zum Vormerken: Unsere GV findet am 5. April 2022 statt – hoffentlich dann nach zwei Jahren wieder mit Publikum.
Alle Veranstaltungen
Aktuelles zum Neujahrs-Dinner vom 15. Januar
Wichtige Information für die Teilnahme am Neujahrs-Dinner: Gemäss aktuellen BAG-Bestimmungen braucht es für Restaurantbesuche ein Covid-Zertifikat nach der 2-G-Regel (geimpft/genesen). Im Restaurant muss man sich mit Maske bewegen. Am Tisch kann die Maske abgezogen werden. Auch der Apéro muss deshalb am Tisch eingenommen werden. Wir hoffen, dass unsere queerAlternden samt Freund:innen sich möglichst bald alle boostern lassen (können).

Gemäss Anmeldestand dinieren wir nun nicht im kleineren Saal, sondern haben das ganze Restaurant Certo zur Verfügung. Deshalb verlängern wir den Vorverkauf bis 8. Januar. 
Alle Informationen und Link zum Vorverkauf
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Setzt die Themen: Moderatorin Liliana Schmid.
queerAltern-Erzählcafé im Januar
Das Erzählcafé mit queerAltern-Mitglied Liliana Schmid geht im neuen Jahr weiter. Wer mitmacht, tauscht sich aus über persönliche Erlebnisse, Erkenntnisse und Erfahrungen der letzten Monate oder hört einfach nur zu. Liliana ist ausgebildete Erzählcafé-Moderatorin, sie führt die Erzählrunde durch mit fünf bis acht queerAlternden plus Freund:innen. Das nächste Erzählrunde findet am 19. Januar im Raum Karl Marx der Genossenschaft Bonlieu in Zürich statt. Der Unkostenbeitrag von 5 Franken ist vor Ort zu bezahlen. Teilnehmen darf, wer geimpft oder/und genesen ist (2G).
Mehr Informationen
QUEERALTERN KÜRZLICH
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Erst Kultur, dann Kulinarik: Besuch im Museum Lagerhaus.
queerAltern-Treffen in der Ost-Schweiz
Vieles ist auf Zürich konzentriert. Am 27. November traf sich jedoch eine Gruppe von queerAlternden aus der Ostschweiz in St. Gallen. Die Mitglieder, die zwischen Winterthur und Bodensee beheimatet sind, nahmen an einer Führung zur Künstler:innenfamilie Müller im Museum Lagerhaus teil. Anschliessend wurde noch im «Tibits» – in den eindrücklichen Räumlichkeiten der ehemaligen Eidgenössischen Bank – zusammengesessen und Gemeinsamkeiten ausgetauscht. Dies verbunden mit der Hoffnung, dass in der Ostschweiz eine engagierte Gruppe erblühen wird. Wer in Zukunft an der aktiven Vernetzung und Stärkung dieser Gruppe teilhaben möchte, melde sich bei Mitorganisatorin Doris Schwartz.
Braucht kein grosses Show-Brimborium, um zu unterhalten: Michael Elsener in Aktion (Foto: Sandra Meier / Gestaltungskiosk.ch).
«Kein Outing» mit Michael Elsener
Er kam ins Zürcher ComedyHaus, eroberte das queerAltern-Publikum im Nu und generierte eine Lachsalve nach der andern – ohne auf Schenkelklopfer-Humor zu machen. Der sympathische, intelligente und begabte Kabarettist (und Politologe) Michael Elsener fühlte sich mit diesem Publikum sichtlich wohl, sodass er seine Show mit zwei Zugaben auf 75 Minuten ausdehnte. Seine Managerin Karin Gubler schrieb uns im Nachhinein, dass Michael vom Auftritt geschwärmt habe. Es sei ein tolles Publikum gewesen und «das anschliessende Get together war für ihn sehr toll». Einen fröhlicheren queerAltern-Jahresausgang konnte man sich kaum vorstellen. Elseners Tourdaten.
Bildergalerie
SZENE
Schwubs verzaubert Bern
Die schwulen Berner Sänger laden ab 14. Januar zu ihrem nächsten Konzert ins Berner Theater am Käfigturm ein. Im neuen Programm «Verzaubert» will Schwubs das Publikum an einen Ort entführen, «wo manch Eigentümliches geschieht: Der Zauberwald steckt voller Überraschungen und Turbulenzen!» Spannend wird sein, wer vom Prinzen wachgeküsst wird.
Mehr Informationen
Spielerischer Begegnungsort QueerNest
In der Reihe QueerNest von Sidonia und Julian treffen sich Queers (LGBTIQ+) im Regenbogenhaus zu «spielerischen» Begegnungen «in herzlicher Atmosphäre, in dem du dich entspannen sowie Berührung geben und empfangen kannst». Teilnehmen können Menschen aller Altersgruppen, aller Geschlechter und aller sexuellen Orientierungen ab 16 Jahren. Nächste Termine: 21. Januar, 22. Februar und 18. März.
Mehr Informationen
Haz-Jubiläumswochen
Die Haz queer Zürich (Homosexuelle Arbeitsgruppen Zürich) feiern 2022 ihr 50-jähriges Bestehen. Aus diesem Grund lädt die Haz vom 16. bis 27. März zu einer bunten Jubiläumswoche ein – mit diversen Veranstaltungen und einem Jubiläumsfest am 22. März im Kosmos. Den Auftakt bildet bereits ein Jubiläums-Apéro vom 4. Februar im Regenbogenhaus. Angestossen wird mit allen «Haz-Member & friends» sowie mit habs queer Basel und hab queer Bern. Alle Informationen demnächst auf der Haz-Webseite.
Mehr demnächst hier
STUDIEN
Schweizer LGBTIQ+-Panel 2021
Die beiden Forscherinnen Tabea Hässler und Léïla Eisner waren am 4. März dieses Jahres Gäste am queerAltern-Online-Talk, dabei stellten den von ihnen entwickelten LGBTIQ+-Panel vor (in vier Sprachen). Diese umfassende Befragung führten sie 2021 bereits zum dritten Mal durch. Der Abschlussbericht liegt nun vor und kann online konsultiert werden, an der Befragung mitgemacht haben über 3000 Personen der ganzen Schweiz. Weiterhin verfügbar sind die Abschlussberichte von 2019 und 2020. Es lohnt sich, sich darin zu vertiefen: ein enorm wichtiger Beitrag über die Befindlichkeit der queeren Schweizer:innen. Der Panel 2022 wird im Januar lanciert.
Auswertungen
Umstrittene Männlichkeit: Homophobie am Arbeitsplatz
Network Gay Leadership hat im Kanton Basel-Stadt untersucht, wie homophob Arbeitgeber sind. Eingegangen sind 127 detaillierte Fragebögen. Dabei gaben 22 Prozent der befragten Männer an, Mobbing am Arbeitsplatz ausgesetzt gewesen zu sein, 59 Prozent erlebten verbale Diskriminierung und nur 55 Prozent der Angestellten haben sich geoutet. Der Verfasser der Studie, Forscher Etienne Reimbold, schreibt: «Die Studie zeigt, wie stereotype Vorstellungen einer heteronormativen, hegemonialen Männlichkeit eine Abwertungslogik konstruieren, die ebenso frauenfeindlich wie homophob ist. Dabei wird diese Abwertungslogik nicht nur von cis-Männern angewendet, sondern von allen, die unabhängig ihres Geschlechts auf diese homophobe – und damit auch misogyne Abwertungslogik zurückgreifen.»
Alle Resultate
DIES & DAS
KatalysatOhr 2021: Ruth Huber, Corinne Rufli und Christina Baron (v.l.).
Preis für Hörprojekt über frauenliebende Frauen jenseits der 80
Der KatalysatOhr-Förderpreis der Stiftung Radio Basel geht an das Autorinnenteam Ruth Huber, Corinne Rufli und Christina Baron. Mit ihrem Audioprojekt «Die Liebe in meinem Leben» vermochten sie die Jury zu überzeugen. Ausschlaggebend für die Wahl war «die besondere und differenzierte Herangehensweise an ein allseits präsentes Thema». Im Mittelpunkt des Projekts stehen die Lebensgeschichten von fünf über 80-jährigen Frauen. Für die Realisierung des Hörstücks spricht die Stiftung Radio Basel 6'000 Franken und ermöglicht den Autorinnen eine Produktionswoche im Basler SRF-Studio. Das Endprodukt wird am 27. Februar 2022 im Rahmen des Sonohr Radio- und Podcast Festivals in Bern vorgestellt.
Mehr Informationen
Wegzehrung für Cowboys: rosa Schoggi von «Alfons Sprüngli».
queerAltern inspirierte Ralf König
Der berühmte Comic-Held des belgischen Zeichners Morris wurde dieses Jahr 75. Aus diesem Grund hat der Egmont-Verlag verschiedene Zeichner beauftragt, eine Hommage an den «lonesome Cowboy» zu gestalten, darunter auch Ralf König. Kaum überraschend hat er seine Version mit schwulen Liebenden gewürzt, und diese werden von Lucky Luke beschützt. Dabei spielt auch Schweizer Schokolade von Lila Kühen eines gewissen «Alfons Sprüngli» eine Rolle, was im Titel «Zarter Schmelz» angedeutet wird (in der englischen Version «Swiss Bliss»). Wie König in mehreren Interviews verriet, liess er sich dabei von edlen Truffes inspirieren, die er nach seinem letzten Auftritt in Zürich im Oktober 2019 bekam. Bekanntlich hat dieser Auftritt queerAltern organisiert, und wir kredenzten ihm damals «Rosé&Noir»-Truffes von Sprüngli.
Mehr über «Zarter Schmelz»
BÜCHER
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War im Gastgewerbe und im Textilgewerbe tätig: Ida Erne.
Lesbische Liebesgeschichte: «Anders als die Andern»
Vor 30 Jahren trat die Autorin Ida Erne, damals über 80-jährig, mit der Bitte an Madeleine Marti heran, ihr bei der Suche eines Verlags für ihre lesbische Geschichte zu helfen. Damals war Madeleine Marti dies nicht möglich. Doch seit Januar 2020 ist sie endlich mit diesem Projekt unterwegs. Für das Nachwort hat Madeleine Marti das Leben von Ida Erne recherchiert und ihren Text in einen Überblick zur Darstellung lesbischer Frauen in der deutschsprachigen Literatur gestellt. Das Buch erscheint rechtzeitig vor Weihnachten 2021 im eFeF-Verlag. Die Buchvernissage findet am 18. Januar 2022 in Bern im Breitsch-Träff statt – und am 21. Januar im ComedyHaus in Zürich.
Kurzes Leben im nationalsozialistischen Wien: Franz Doms.
«Franz – schwul unterm Hakenkreuz»
Bücher über queere Opfer des Nationalsozialismus gibt es wenige, insbesondere wenige biografische Bücher. In seinem kürzlich erschienenen «Recherche-Roman» erzählt Jürgen Pettinger die Geschichte des Österreichers Franz Doms, der 1944 im Alter von 21 Jahren in Wien hingerichtet wurde. Sein Verbrechen: Homosexualität. Minutiös beschreibt der Autor das kurze Leben von Doms im nationalsozialistischen Österreich bis hin zur Vollstreckung. Straffrei wurde Homosexualität in unserem Nachbarland erst 1971, und selbst heute habe die rechtliche Gleichstellung noch «ihre Tücken», vermerkt Martin Pieper in seiner Rezension auf fm4/ORF. (siehe auch dies).
Mehr bei fm4
Davon ging die Welt nicht unter
Um das Leben des schwulen Liedtexters Bruno Balz (1902–1988) geht es im biografischen Roman «Berliner Sehnsucht» von Johannes Albendorf. Während der Nazizeit wurde Balz vor allem durch seine Filmlieder für Zarah Leander bekannt. Wegen des Paragraphen 175 verbrachte er 1936 mehrere Monate im Gefängnis, danach wurde er zu einer Zwangsheirat gezwungen, 1941 griff ihn die Gestapo «in flagranti» wiederum auf. Seinem engsten künstlerischen Partner, dem Komponisten Michael Jary, gelang es, ihn vor dem Konzentrationslager zu retten. Jary gab an, dass er nur mit Balz zusammen seinen «Beitrag zur Kriegsanstrengung» leisten könne. Danach schrieben die beiden für Zarah Leander die Durchhaltelieder «Davon geht die Welt nicht unter» und «Ich weiss, es wird einmal ein Wunder gescheh’n». Balz verfasste über Tausend Schlager- und Chansontexte, zahlreiche davon wurden Hits. Von 1961 bis zu seinem Tod 1988 lebte Balz mit dem Schauspieler, Maler und Zeichner Jürgen Draeger zusammen.
Mehr Information
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Lässt Herzen von Bücherwürmern höher schlagen: Nextory.
Flatrate für queere Bücher
Nextory rühmt sich, unzählige queere Bücher zum Lesen und Hören im Sortiment zu haben. Der schwedische Online-Dienst kann mit einer Flatrate abonniert werden und funktioniert ähnlich wie Spotify oder Tidal für Musik. Nextory lässt sich während 30 Tagen gratis testen.
Mehr Informationen
KINO
Inspiration LGBTIQ-Ikone Céline Dion: Regisseurin Valérie Lemercier spielt die Sängerin Aline Dieu.
Uto goes Pink: «Aline» und «Shortbus»
Am 22. Dezember zeigt «Uto goes Pink» im Arthouse Uto in Zürich das Biopic «Aline» (CAN 2021) von Valérie Lemercier. Der Film basiert frei auf dem Leben der kanadischen Sängerin Céline Dion, die 1988 für die Schweiz den Eurovision Song Contest gewann und 1994 mit dem Song «The Power of Love» durchstartete und eine der erfolgreichsten Sängerinnen der Welt wurde.

Und am 26. Januar gibts bei «Uto goes Pink» die Reprise des Films «Shortbus» (USA 2006) von John Cameron Mitchell. Im Mittelpunkt steht der Club «Shortbus», wo alle ihre sexuellen Träume ausleben können. Neben expliziten Sexszenen biete der Film auch Raum für tiefgründige, sensible und zärtliche Einblicke in die Seelen der Charaktere, schreibt Pink Apple.

Das 25. Pink Apple Filmfestival findet vom 26. April bis 5. Mai in Zürich und vom 6. bis 8. Mai in Frauenfeld statt.
Mehr auf Pink Apple
Zu schön, um nicht zu sündigen: Nonne Benedetta (Virginie Efira, r.) und Novizin Bartolomea (Daphné Patakia).
«Benedetta»: Verhoevens Nonnen
Der Film komme daher wie ein Soft-Porno aus den siebziger Jahren, hiess es auf Radio SRF. Wie auch immer: Der niederländische Regisseur Paul Verhoeven versteht das Provokations-Handwerk. Wir erinnern an «Basis Instict», «Showgirls» oder «Elle». «Benedetta» basiert auf einer Biografie von Judith Cora Brown und erzählt das Leben einer lesbischen Nonne im 17. Jahrhundert in der Toskana. Heute vermag das kaum noch jemand zu schockieren, während in den sechziger Jahren der Film «La Réligieuse» nach seiner Premiere in Cannes noch verboten wurde. Darin spielten Anna Karina und «unsere» Lilo Pulver zwei lesbische Nonnen. «Benedetta» ist derzeit in den Kinos zu sehen.
Rezension in «Die Zeit»
Ungeplante Schwangerschaften: Janis (Penelope Cruz) und Ana (Milena Smit).
«Madres paralelas»: Almodóvars Mütter
Er ist jetzt in den Kinos: der neue Pedro Almodóvar. Der heute 72-jährige spanische Altmeister des queeren Films erzählt in «Madres paralelas» («Parallele Mütter») die Geschichte zweier Mütter, die sich in der Geburtenabteilung eines Spitals kennenlernen. Janis (Penelope Cruz) ist eine späte, Ana (Milena Smit) eine frühe Mutter. Es entwickelt sich ein immer engeres Verhältnis. Janis hatte den Vater ihres Kindes kennengelernt, als sie ihn bat, für sie eine Genehmigung einzuholen, ihren Grossvater exhuminieren zu dürfen. Dieser war während des Franco-Regimes von Faschisten ermordet worden. «Madres paralelas» bekam bereits zahlreiche Auszeichnungen, der Film ist auch für den Golden Globe nominiert.
Mehr auf gay.ch
FERNSEHEN
Unterwegs in Berlin: Günther Krabbenhöft (Hut) mit Barry-Crew.
Hilfe, die Friseure kommen
Ein Berliner Friseursalon steht im Mittelpunkt der neuen ZDF-Serie «Barrys Barbershop». Dabei soll es laut Medienberichten ziemlich queer zu- und hergehen. Die ersten fünf 20-minütigen Folgen sind seit 3. Dezember in der ZDF-Mediathek zu sehen. Im ZDF starten die Ausstrahlungen am 30. Dezember um 00.05 Uhr. Eine Rolle spielt auch der schwule «Hipster-Opa» Günther Krabbenhöft als Ex-Kudamm-König Don Jürgen.
Beitrag auf queer.de
Traumpaar: Dominique Devenport und Jannik Schümann als Sisi und Franz.
Weihnachten mit Sisi
Was wären Ostern oder Weihnachten ohne Romy Schneider und ihre «Sissi»-Filme im Fernsehen? Nun beschert uns RTL Ende Jahr mit «Sisi» (so ihr richtiger Kosenamen) in einer sechsteiligen Serie eine Neuverfilmung, die historisch korrekter sein soll als die Original-Trilogie. Die Hauptrolle spielt die schweizerisch-amerikanische Schauspielerin Dominique Devenport, den Kaiser gibt Jannik Schümann, der sich vor kurzem in der Öffentlichkeit zum ersten Mal mit seinem Lebenspartner gezeigt hat. Eine Sisi-TV-Serie gab es schon mal 2009, die neue Serie kann auf dem Streaming-Kanal RTL+ bereits jetzt angesehen werden. Eine zweite Staffel soll es auch geben, und Netflix plant auch eine weitere Neuverfilmung.
Rezension in «Die Zeit»
STREAMING
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Jagd auf Schwule in Polen: Tomasz Zietek in «Operation Hyakinthos».
Queere Fluchten an den Festtagen
Auf die Festtage hin bringt der Streaming-Kanal Netflix eine geballte Ladung an neuen queeren Filmen und Serien. Am interessantesten scheint der Thriller «Operation Hyakinthos» zu sein; er führt uns ins kommunistische Polen der 1980er Jahre, als die Organisation Hyakinthos Schwule verfolgte. Von den Sicherheitsdiensten der Volksrepublik Polen unter dem Deckmantel der Aids-Bekämpfung ins Leben gerufen, versuchte die Organisation, Schwule zur Zusammenarbeit zu erpressen. Im Film geht es um die Jagd auf einen Serienmörder und um einen Polizisten, der sich in ein Opfer verliebt.

Queeres in vielfältigen Facetten gibts in der Serie «KITZ» (ab 30.12.), in der Doku-Serie «Coming Out Colton», in der Weihnachts-Komödie «Single All the Way» und im Erotik- und Beziehungsknatschfilm «Je mehr, desto besser» («Donde caben dos»).
Engagierte Feministin und Lesbe: Dunja Hayali in «Her Story». (Foto: Sky / Ulrich Hartmann)
Die Geschichte von Dunja Hayali
Sie gehört zu den Mutigsten der deutschen Medienwelt: die TV-Journalistin und Autorin Dunja Hayali. Als Moderatorin des ZDF-Morgenmagazins und ihrer eigenen Sendung «Dunja Hayali» scheut sie sich nicht, dort aufzutauchen, wo es brenzlig ist – etwa bei Demonstrationen von Rechtsextremen oder/und Impfgegner:innen. Und setzt sich dabei wüsten Beschimpfungen bis Morddrohungen aus. Sie kämpft gegen Rassismus und Frauenfeindlichkeit und für queere Anliegen. Die jüngste Folge der Sky-Dokumentationsserie «Her Story» widmet sich nun Dunja Hayali. Die Serie begleitet prominente deutsche oder österreichische Frauen über Monate hinweg und kann in der Schweiz auf Sky Show gestreamt werden.
Mehr auf queer.de
Ein Jahrhundertleben: Georg Stefan Troller erlitt keinen Gedächtnisschwund.
«Auslegung der Wirklichkeit»
Einmal wurde ihm von Alice Schwarzer eine «Goldene Zitrone» verliehen, weil sie ihn als Ober-Macho brandmarkte. Dann wollte er bei ihr die Zitrone abholen und fand heraus, dass diese nur ideell gemeint war. Heute sagt der (heterosexuelle) Georg Stefan Troller: «Ich mag sie». Am 10. Dezember wurde der TV-Journalist und Schriftsteller 100 Jahre alt. Aus diesem Grund widmete ihm ORF eine zweistündige Dokumentation. Für seine TV-Sendungen («Pariser Journal», «Personenbeschreibung») hatte er Hunderte von Persönlichkeiten interviewt, darunter auch queere – die Dok zeigt zahlreiche Ausschnitte. Mit 18 emigrierte der Wiener Jude 1939 in die USA. 1943 kehrte er als GI nach Europa zurück und war 1945 bei der Befreiung des Konzentrationslagers Dachau dabei; als deutsch Sprechender bekam er den Auftrag, Wehrmachtssoldaten zu befragen. 100 Jahre Zeitgeschichte hautnah erzählt.
Zur 3Sat-Mediathek
GESCHICHTE
Dank Legalität wurde Zürich in den 1940er- und 1950er zu einem schwulen Zentrum: Sylvesterball des «Kreis» (Foto: Schwulenarchiv).
80 Jahre Straffreiheit für Schwule in der Schweiz
Rund um die Schweiz tobte der Zweite Weltkrieg, und neben Juden und andern «unerwünschten» Menschen wurden auch Schwule in die Konzentrationslager abgeschoben. In der Schweiz indes wurde Sex unter über 20-jährigen Männern ab 1. Januar 1942 straffrei. Das glich einem Wunder, das zurück ging auf die Abstimmung über das erste gesamtschweizerische Strafgesetzbuch, das 1938 vom (männlichen) Volk knapp angenommen wurde. Die Legalität schützte Schwule jedoch nicht vor der allgemeinen Verachtung durch die heteronormative Gesellschaft, und offen schwul zu leben bedeutete auch in der Schweiz den gesellschaftlichen Tod. Frauenfreundschaften duldete man eher, denn Frauen, so dachten die gesetzgebenden Männer, könnten untereinander keinen Sex haben, weshalb sich Homosexualität im Strafgesetzbuch nur auf Männer bezog.
 
Die Schwulen mussten nochmals 50 Jahre warten, bis das Schutzalter für gleichgeschlechtlichen Sex auf 16 Jahre gesenkt wurde. 1992 wurde ebenfalls die männliche Prostitution legalisiert. Und auch erst ab 1992 war Sex unter Männern auch im Schweizer Militär kein Strafbestand mehr. Kürzlich hat Bundesrätin Viola Amherd eine Untersuchung in Auftrag gegeben, um herauszufinden, inwieweit Schwulen im Militär Unrecht getan wurde.
Mehr auf Schwulengeschichte
Verzweiflungsschrei: Rosa von Praunheim im «Heissen Stuhl».
Vor 30 Jahren: ein Outing mit gesellschaftlicher Relevanz
Komiker Hape Kerkeling feiert derzeit ein TV-Comeback, «TV-Onkel» Alfred Biolek ist im Juli gestorben. Beide wurden vor 30 Jahren von Filmemacher Rosa von Praunheim geoutet – in der RTLplus-Talkshow «Der heisse Stuhl». Damals ein Riesenskandal, doch später gaben Kerkeling wie Biolek zu, von einer Last befreit worden zu sein. Von Praunheim verteidigt heute sein Outing als «Verzweiflungsschrei auf dem Höhepunkt der Aidskrise» und sagt: «Wer wie Kerkeling und Biolek berühmt ist und zu einer Gruppe gehört, die diskriminiert, gemobbt und verprügelt wird, hat kein Privatleben im herkömmlichen Sinn. Sein Privatleben ist immer politisch. Daher ist es eine Pflicht, an die Öffentlichkeit zu gehen.» Und: «Ich habe keine hilflosen Wesen geoutet, sondern Sympathieträger, ( ...), die niemand so leicht steinigen konnte.»
Hintergrund
Kämpfer für LGBTIQ-Rechte: Max Krieg.
40 Jahre HIV: die Geschichte von Max
Er ist einer der aktivsten Schweizer Schwulenaktivisten, Vorstandsmitglied von Pink Cross und leitet dort die Gruppe Alter, mit der er mit andern queeren Organisationen mehrere Studien über die Pflege von alten LGBTIQ-Menschen lanciert hat. Im Mannschafts-Magazin erzählt der Berner Max Krieg nun seine persönliche Geschichte, wie er seit 25 Jahren als HIV-Positiver lebt (nur für Abonnenten).
Mehr in «Mannschaft»
MEDIENPICK
Verborgene Welten im ehemaligen Schwulen-Mekka
Einst galt Marokko als Traumziel für schwule Männer und zog unzählige Künstler an wie etwa William Burroughs, Truman Capote oder Yves Saint-Laurent. Auch René Hubert, der Schweizer Kostümbildner mit Hollywood-Karriere, zog es mehrmals in dieses Land. Doch in den letzten Jahren fiel Marokko immer wieder mit Verhaftungen von Männern wegen homosexuellen Handlungen auf. Für das schwule US-Fotomagazin «Elska» reiste der Herausgeber Liam Campbell nach Casablanca und fotografierte schwule Marokkaner. «Elska» erscheint alle zwei Monate mit Fotos von Männern von Städten aus aller Welt. Zurzeit ist ein Heft über Bern in Vorbereitung.
Rezension auf queer.de
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Will mehr über die Vergangenheit wissen: Viola Amherd zu Besuch beim Militär (SRF; siehe Watson.)
Was es sonst noch zum Lesen gibt
Watson: «HS für homosexuell: Amherd will Diskriminierung Homosexueller in der Armee untersuchen»

FAZ / Magazin: Maren Kroymann – «Ich war meiner Zeit voraus»

L.Mag: «Bineta Hansen: Leute wie ich haben nie Sex, oder was?»

queer/de: «Orden für queere Verlegerin»
 
Siegessäule: «Pflege in der Aids-Krise: Die Stationen waren voller Leben»
 
Tsüri: «Machen queere Menschen ein andere Politik? Ja, zum Glück!»

Vice: «Von diesen Testosteron-Nebenwirkungen hast du wahrscheinlich noch nichts gewusst.»

Vice: «MMA-Kämpfer und Dragqueen: Warum das für Diego kein Wiederspruch ist.»

Die Zeit: «Mann, Frau, Trans – Das ist verrückt»
SCHLUSSWORT
«Ich war ein Viertel ‹normal› und drei Viertel schwul. Aber ich versuchte mich selbst zu überzeugen, dass es umgekehrt war. Das war mein größter Fehler.»
William Somerset Maugham, britischer Schriftsteller (1874–1965)
Verein queerAltern
c/o Caroline Bisang
Wasserschöpfi 15
8055 Zürich
info@queeraltern.ch
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